Geklonte Stimmen, gefälschte Gesichter: So schützen Sie sich vor KI-Betrug

Das Telefon klingelt, die Stimme tönt vertraut – Ihr Vater, Ihre Chefin, Ihr Geschäftspartner. Doch was, wenn diese Stimme gar nicht echt ist? Mit künstlicher Intelligenz (KI) klonen Betrüger Stimmen in Sekunden – und täuschen selbst in Videocalls mit gefälschten Gesichtern. Seien Sie deshalb bei unbekannten Nummern besonders vorsichtig. Der neue Trick: stumme Anrufe, die Sie zum Sprechen bringen sollen, um Ihre Stimme zu kopieren und betrügerisch zu verwenden.

Min. Lesezeit-01.04.2026 – Fotos: shutterstock

In Kürze

  • Betrüger klonen Stimmen mit KI – 10 bis 20 Sekunden Audiomaterial genügen
  • Stumme Anrufe und unbekannte Videoanrufe zielen darauf ab, Stimmen- und Bildmaterial für Betrugsmaschen zu sammeln
  • Wichtigster Schutz: Ruhe bewahren, über bekannte Nummer zurückrufen
  • Viseca kontaktiert Sie bei verdächtigen Transaktionen ausschliesslich über die one App oder per Aufforderung, sich beim Kundendienst zu melden.
Allein 2025 erbeuteten Telefonbetrüger in der Schweiz rund CHF 250 Millionen.

Ihr Telefon klingelt, Sie nehmen ab – Stille. Instinktiv fragen Sie «Hallo? Wer ist da?» Genau das ist die Falle. Kriminelle setzen stumme Anrufe gezielt ein, um Stimmproben zu sammeln. Denn eine KI braucht nur 10 bis 20 Sekunden Ihrer Stimme – Tonhöhe, Sprechrhythmus, Akzent – und erzeugt daraus eine Kopie, die kaum vom Original zu unterscheiden ist. Dasselbe gilt bei Videocalls, die zur Erstellung von Deepfakes verwendet werden.

Wenn Stimme und Video lügen

Die geklonten Stimmen kommen zum Beispiel beim sogenannten Enkeltrick 2.0 zum Einsatz: Am Telefon scheint Ihr Kind in einer Notlage zu sein und braucht dringend Geld. Der emotionale Druck ist enorm – wer in Panik handelt, hinterfragt nicht.

Wenn die vertraute Stimme plötzlich Geld fordert, sind Ruhe und Skepsis der beste Schutz.

Noch einen Schritt weiter gehen Deepfake-Videos: manipulierte Aufnahmen, in denen echte Personen Dinge sagen oder tun, die so nie geschehen sind. In der Schweiz kursierten gefälschte Videos mit Bundesrätin Keller-Sutter und SRF-Moderatorin Mona Vetsch, die für betrügerische Investmentplattformen warben.

Ein aktueller «Kassensturz»-Beitrag zeigt, wie ein Schweizer durch ein solches Video CHF 10 000 verlor.

Auch bei der sogenannten Sextortion kommen Deepfakes zum Einsatz: Betrüger erstellen gefälschte intime Aufnahmen und erpressen die Opfer damit.

So schützen Sie sich

Die Regel bei stummen Anrufen: Kommt nichts vom anderen Ende, sofort auflegen. Kein «Hallo», keine Nachfrage. Videocalls von unbekannten Nummern sollten Sie unter keinen Umständen annehmen.

Lassen Sie sich nie unter Druck setzen. Legen Sie auf und rufen Sie die Person über eine bekannte Nummer zurück – niemals die Rückruftaste nutzen, denn damit landen Sie wieder bei den Betrügern. Vereinbaren Sie mit Ihrer Familie ein Codewort für Notfälle.

Und seien Sie sparsam mit Sprachnachrichten und Videos in sozialen Medien – jede öffentliche Aufnahme ist potenzielle Vorlage für Stimmenklone und Deepfakes.

Gefälschte Sicherheitswarnungen per E-Mail

Aktuell kursieren Phishing-Nachrichten, die angeblich von «Fraud» oder einer Sicherheitsabteilung stammen. Die Nachricht behauptet, Ihre Karte sei gesperrt, und fordert Sie auf, einen Link zum Entsperren anzuklicken. Das Ziel: Ihre Kartendaten oder Login-Informationen zu stehlen.

Wichtig: Viseca fordert Sie niemals per E-Mail oder SMS auf, Kartendaten einzugeben oder Links anzuklicken, um Ihre Karte zu entsperren. Sicherheitsrelevante Benachrichtigungen erhalten Sie ausschliesslich über die one App oder als Aufforderung, sich persönlich beim Kundendienst zu melden.

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