Unterwegs mit Cyrille Berthod

Mann der Berge

Text: Nathalie Zeller / Bilder: Jürg Waldmeier

Dank seinem Beruf und dem Weingut seiner Eltern vereint Cyrille Berthod zwei Inbegriffe des Wallis: Berge und Wein. Erfahren Sie hier mehr, wie es dazu kam, sowie Spannendes über seine Kundschaft – und wer weiss: Vielleicht gehören Sie auch schon bald zu seinen Kunden?

Ticken Menschen, die gerne in den Bergen unterwegs sind, ähnlich? Sie sind oft mehrere Tage mit Ihren Kunden unterwegs, übernachten in Hütten, da ist man eng aufeinander.
Da man als Bergführer täglich mit Leuten zusammen ist, ist es zwingend, dass man einen guten Kontakt hat. Auch unsere Gäste verbringen auf Touren wie zum Beispiel der «Haute Route», die fünf bis sechs Tage dauert, viel Zeit mit uns. Kommt man da nicht gut zusammen aus – was eigentlich nie vorkommt –, wird das anstrengend für beide Seiten. Ich denke, grundsätzlich kann man schon sagen, dass die Berge die Menschen vereinen.

Wer ist Ihre Hauptkundschaft? Von wo kommt diese?
Meine Kunden sind grösstenteils Schweizer. Es sind vor allem Menschen, die die Berge lieben und sich darin wohlfühlen. Personen, die im Winter gerne Freeriden oder Skitouren machen, mich aber auch im Sommer buchen, um einen 4 000er – wie zum Beispiel das Matterhorn – zu erklimmen oder einen Familienausflug mit den Kindern zu planen und eine einfachere Tour zu buchen. Mit dieser Kundschaft ist es sehr angenehm zu arbeiten, denn wenn das Wetter zu schlecht ist für eine Aktivität, kann man spontan auf eine andere ausweichen, für welche die meteorologischen Bedingungen passen.

Somit ist Ihre Kundschaft wiederkehrend und Sie kennen die Leute recht gut?
Ja, ich habe viele Kunden, die jedes Jahr mit mir unterwegs sind. Sie kennen mich, ich kenne sie. So findet man leicht Touren, die ihnen entsprechen und Freude machen. Auch die ganze Organisation ist so viel einfacher.

«Wir Bergführer sind wie eine grosse Familie, sogar auf internationalem Niveau.»

Wie ist die Beziehung unter den Bergführern in der Schweiz?
Alle Schweizer Bergführer pflegen einen tollen Austausch untereinander. Nicht alle, die das Bergführerpatent besitzen, arbeiten so regelmässig wie ich, aber es gibt sehr wenig Konkurrenzdenken und es herrscht eine grosse Solidarität. Wenn wir uns treffen, ist es immer sehr freundschaftlich. Arbeitet jemand an einem anderen Ort, vielleicht sogar im Ausland, kommt es oft vor, dass man das lokale Bergführerbüro anruft, das dann Empfehlungen, lokale Informationen oder sogar die Nummer eines Bergführers, der die Tour einen Tag zuvor gemacht hat, herausgibt. Im Gegenzug werden auch wir angerufen, wenn jemand ins Wallis kommt. Der Austausch ist somit wirklich sehr freundschaftlich und von Hilfsbereitschaft geprägt – wir sind wie eine grosse Familie, sogar auf internationalem Niveau.

Sie sind kein Stadtmensch, dennoch die Frage: Was bedeutet Ihnen Sitten?
In Sitten bin ich aufgewachsen und zur Schule gegangen. Hier habe ich meine Freunde, habe Party gemacht (lacht). Ich komme immer gerne in die Stadt, um etwas zu trinken und um Leute zu treffen, die ich auf dem Berg nicht antreffe, weil sie lieber in der Ebene bleiben. Mit der Altstadt und all den durch die Stadt gebotenen kulturellen Aktivitäten und Anlässen bieten sich so viele Möglichkeiten, dass man sich hier immer wohlfühlt.

«Grundsätzlich kann man schon sagen, dass die Berge die Menschen vereinen.»

Ihre Eltern haben ein Weingut. Wie kam es dazu?
Die Reben und der Weinkeller meiner Eltern waren etwas beeinflusst durch meine Grosseltern. Im Wallis gibt es sehr viel Landwirtschaft. Schrittweise wurden Reben statt Weizenfeldern oder Apfelplantagen angepflanzt. Mein Vater begann mit dem Weinbau vor ungefähr 25 Jahren. Er hat den Keller vergrössert, seine Passion ausgeweitet – und heute produzieren wir hervorragenden Wein. Nicht in zu grosser Anzahl, daher freuen wir uns vor allem auch selber, ihn zu trinken (lacht). Ein wenig verkaufen wir auch – und ja, so ist das Ganze eine Leidenschaft meines Vaters, die sich gut entwickelt hat.

«Meine Kunden sind Menschen, die die Berge im Allgemeinen lieben und sich darin wohlfühlen.»

Welchen Wein empfehlen Sie als Abschluss und Belohnung nach einer strengen Bergtour?
Das kommt darauf an. Um den Durst zu löschen, ist Wein nicht das Beste. Aber wenn man nicht allzu durstig ist, gibt es Leute, die gerne ein Glas Weisswein trinken, um sich zu erfrischen. Ich persönlich habe immer phasenweise Favoriten, aktuell mag ich den Roten lieber. Im Wallis und auch bei meinen Eltern produzieren wir einen sehr guten Pinot noir. Von daher würde ich ein Glas Pinot empfehlen, den man zu praktisch allem trinken kann.

www.cyrilleberthod.ch
www.caveberthodvogel.ch
www.4000plus.ch

Kategorie:

freizeit, sport, story

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