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Kathrin Eckhardt – die neue Fashionista für MyCard

Text: Nathalie Zeller, Bilder: Kathrin Eckhardt, Gianmarco Castelberg

Wissen Sie, welche Stücke für einen modischen Sommer unbedingt in den Kleiderschrank gehören? Die Modeexpertin Kathrin Eckhardt verrät es Ihnen in diesem Artikel. Dranbleiben lohnt sich: Ab sofort beleuchtet sie auf MyCard regelmässig spannende Aspekte aus der Fashionwelt – exklusiv für Sie. Erfahren Sie mehr!

Seien Sie punkto Mode- und Lifestyle-Trends immer auf dem neusten Stand! MyCard freut sich, die Stylistin und Autorin Kathrin Eckhardt, bei der sich alles um Fashion, Lifestyle und Gesellschaft dreht, willkommen zu heissen. Wie sie zu ihrem Beruf gekommen ist und warum sie zurzeit abwechslungsweise in Accra, der Hauptstadt von Ghana, und in Zürich lebt, lesen Sie im folgenden Interview:

Sie sind Stylistin und Autorin. Inwiefern ergänzen sich diese beiden Berufe?
Als Stylistin arbeite ich mit meinen Händen, bin kreativ und immer mit vielen Leuten zusammen. Das Schreiben ist eher eine theoretische und denkerische Angelegenheit, die ich für mich zurückgezogen ausführen kann. Ich geniesse es, diese beiden Pole, denen die Themen Mode und Menschen gemeinsam sind, zu vereinen.

Den Begriffen Mode, Lifestyle und Fashion haftet etwas Oberflächliches an. Wie gehen Sie damit um?
Mit dem schnellen, billigen Konsum habe ich grosse Mühe. Und ständig den neuen Trends hinterherzurennen, ist oberflächlich. Gleichzeitig finde ich aber einen Sinn darin, Schönes zu schaffen und damit Menschen zu bereichern. Wir sollten nicht vergessen, dass Mode Ausdruck der Persönlichkeit ist. So gesehen sind Kleider ein Kommunikationsmittel und helfen, uns selbst auszudrücken und andere Menschen einzuordnen.

«Mit dem schnellen, billigen Konsum habe ich grosse Mühe.»

Wie wird man Modeexpertin?
Mit dem grossen Interesse an der Mode. Schon als Mädchen habe ich mich ständig verkleidet und mehrmals täglich umgezogen. Zudem muss man eine sensitive Beobachterin sein und viel über Mode lesen. Mein Weg hat sich ganz natürlich ergeben und begann mit einem Modeheft, das ich als Abschlussarbeit des Gymnasiums geschrieben habe. Danach konnte ich beim Stil-Bund der «NZZ am Sonntag» als Assistentin beginnen.

Wie muss man sich einen normalen Arbeitsalltag von Ihnen vorstellen?
Das Schöne an meinem Beruf ist, dass jeder Tag völlig anders verläuft. Wenn aber ein Shooting ansteht, kümmere ich mich um die Organisation der Kleider, gehe von Laden zu Showrooms und wähle Kleider und Accessoires aus. Ich packe alles in meinen Koffer, fahre in mein Büro, packe dort alles wieder aus und denke mir mögliche Kleiderkombinationen aus, wie sie am Shooting fotografiert werden können. Zudem bin ich oft am Telefon oder an Sitzungen, um die kommenden Aufträge zu besprechen. Ich mache Moodboards (Stimmungsbilder, Collagen zum Look & Feel, Anm. der Red.) für meine Kunden, damit sie eine Idee von meinem Styling bekommen, schreibe Offerten, recherchiere die neusten Trends, besuche PR-Anlässe und Modeshows, um auf dem neusten Stand zu bleiben. Wenn es die Zeit erlaubt, studiere ich an eigenen neuen Projekten herum und vereinbare Treffen mit potenziellen Kunden.
 

Aktuell leben Sie auch in Accra, Ghana. Wie kommt das?
Der Liebe wegen. Mein Freund ist für sein Pet-Recycling-Projekt nach Ghana gezogen. Daraufhin habe ich kurzerhand beschlossen, ihn zu begleiten.

Was unterscheidet eine Schweizer Modebloggerin von einer ghanaischen Modebloggerin?
In Ghana gibt es keine Modeszene wie in Europa. Die Blogger sind Exoten und Vorreiter, welche die Modeindustrie erst gestalten müssen. Es gibt viel weniger zu konsumieren und kaum Luxusgüter. Das macht die Blogger kreativ. Die ghanaischen Blogger haben zudem einen anderen Stil, sie zeigen viel Kurve, Farben, Weiblichkeit und scheuen sich nicht, zu klotzen.

Inwiefern inspiriert Sie Ghana beruflich?
Mich inspirieren die grossartigen Handwerker wie Stofffärber, Näherinnen, Schreiner und Korbflechter. Die Ghanaer haben kaum ein Bewusstsein für ihre Schätze. Darin liegt meine Chance. Ich bin ständig auf der Suche nach handgefertigten Trouvaillen, die ich in der Schweiz verkaufen kann. Zudem inspiriert mich die offene, fröhliche Art. Viele Menschen haben wenig Materielles, aber immer ein Lächeln auf den Lippen. Dies mitzuerleben, ändert gewisse Perspektiven. Ich bin dankbar, eine fremde Kultur kennenlernen zu dürfen.

Wie streng sind Sie in Sachen Mode mit sich selber?
Ich würde von mir selbst behaupten, dass ich ziemlich entspannt bin. Ich sehe die Mode mit einem gesunden Abstand. Ich habe meinen Stil gefunden und muss nicht jeden Trend mitmachen. Schöne Materialien und Schnitte sind mir aber wichtig.

Und mit Ihren Freunden?
Ich liebe meine Freunde wegen ihrer Persönlichkeit. Die Mode spielt hier keine Rolle. Allerdings werde ich oft um Rat gefragt. Dann gebe ich meine ehrliche Meinung dazu ab.

Gibt es durch Ihren Beruf eine persönliche Verzerrung in der Wahrnehmung?
Ich denke schon. Vor allem, wenn es um die Preise der Kleider und Accessoires geht. Hier habe ich eine verschobene Wahrnehmung, weil die schönen Sachen oft teuer sind und ich sie durch meinen Beruf oft in den Händen halte.

«Je älter ich werde, desto weniger will ich besitzen. Es wird für mich zur Belastung, zu viele Kleider zu haben.»

Wie gross ist Ihr Kleiderschrank?
Ich habe zwei, dafür kleinere, weil ich in Accra und Zürich lebe. Eine Kleiderstange voll und drei kleinere Tablare gefüllt. Ich habe nicht besonders viele Kleider. Ich verkaufe sie auch immer wieder an Flohmärkten. Je älter ich werde, desto weniger will ich besitzen. Es wird für mich zur Belastung, zu viele Kleider zu haben.

Wie viele Paar Schuhe besitzen Sie?
Sommer- und Winterschuhe zusammen etwa 25 Paar. Ich trage Schuhgrösse 41, das schützt mich vor dem übermässigen Konsum an Schuhen.

Welches ist Ihr liebstes Outfit für einen festlichen Anlass?
Meine Vintage-Kleider von Hermès und Akris oder mein schlichter schwarzer Overall aus Satin.

Welches sind die drei Must-haves für die modebewusste Frau im Sommer 2016?
Eine Culotte (vgl. Bild), das ist ein in die Taille geschnittener Hosenrock, ein bodenlanges Kleid mit Blumenprint im 70er-Jahre-Stil und flache Schnürsandalen, die einen schönen Fuss machen. (Indigital Images / Chloe, 2016)

 

Welches sind die 3 must haves für den modebewussten Mann im Sommer 2016?
Eine Bomberjacke (vgl. Bild), bestenfalls aus Wildleder, eine kurze Hose, chic mit einem Blazer kombiniert, sowie gemusterte Langarmhemden mit geometrischen oder Blumen-Prints. (Indigital Images / Hermes, 2016)

 

Kategorie:

einkaufen, freizeit, mode, story

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