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Tanja Klein – «kleinbasel»

Text: Nathalie Zeller / Video: Safak Avci / Bilder: Jürg Waldmeier, Phillip Jecker

«kleinbasel» steht für zeitlose, feminine Kleider, Ledertaschen und Accessoires, welche aus edlen, natürlichen Materialen in der Schweiz und Europa gefertigt werden. Hier verbinden sich traditionelles Handwerk, Qualität und Stil.

Tanja Klein ist eine Frau mit einer Passion für Mode, Handwerk, Leder und Stoffe, die ihr eigenes Label besitzt. Tauchen Sie ein in die Welt von «kleinbasel» und lassen Sie sich durch einige Impressionen inspirieren!

Was ist die Idee hinter «kleinbasel»? Wie sind Sie dazu gekommen?
Als ich meine Designausbildung abgeschlossen hatte, fand ich in Basel keinen Job und dachte daher, ich mach’s selber (lacht). Mir gefällt, dass ich mich nicht ausschliesslich mit Design befasse, sondern auch Aspekte wie Verkauf, Kundenkontakt und Marketing in meinem Alltag wichtig sind. Ich mag diese Vielfalt und die ständige Entwicklung in meinem Beruf. Sehr am Herzen liegt mir eine nachhaltige Produktion. Wir produzieren in Europa, die Taschen zum Beispiel im Tessin. Damit, wie auch mit unseren kleinen Auflagen, schwimmen wir gegen den Strom.

Was hat sich in all den Jahren, in denen Sie «kleinbasel» führen, verändert?
«kleinbasel» wurde 2001 gegründet. Seither hat sich sehr viel verändert. Zu Beginn war ich alleine, später kam eine Praktikantin dazu. Heute sind wir neun Leute, es gibt zwei Läden, einen in Basel und einen in Zürich. «kleinbasel» ist stetig gewachsen, es wurde spannender, abwechslungsreicher und reichhaltiger, da wir viel mehr Möglichkeiten haben im Design. So realisieren wir heute beispielsweise auch Mäntel, was früher von den hohen Investitionskosten her nicht drin lag.

«Auf Messen lasse ich mich davon inspirieren, was mir gefällt. Was mir nicht gefällt, mach ich auch nicht.»

Mit spannender meinen Sie, dass die Möglichkeiten breiter geworden sind?
Ja, die Kollektionen wurden breiter, wir können mehr Schnitte entwickeln, auch was die Taschen anbelangt. Zudem wurde das Netzwerk an Produktionspartnern grösser, wodurch viele verschiedene Kontakte entstehen. Dies ist aber nur die Design- und Produkteseite. Die andere Seite umfasst den Verkauf. Wir haben heute ein breiteres Kundensegment. Wir haben Stammkundinnen, Laufkundschaft, Corporate-Fashion-Kunden, Handelskunden, welche unsere Kollektionen einkaufen – die Welt ist aufgegangen. «kleinbasel» hat sich stark verändert und extrem entwickelt.

Was zeichnet «kleinbasel» aus?
Der grösste Unterschied zu anderen vergleichbaren Labels ist unser Gesamtkonzept, welches wir jede Saison neu erarbeiten. Wir realisieren keine Modulkollektion und produzieren Kleider, welche wir jahrelang verkaufen, sondern kreieren jede Saison alles neu, bauen alle Teile mit neuen Farben, Stoffen und Schnitten von Null an auf. Das ist ein Wahnsinnsaufwand! Jede Saison erstrahlt eine neue Kollektion in einem stimmigen Konzept, mit Hosen, Röcken, Blusen, Jacken, Taschen – es passt alles zusammen. Das zeichnet «kleinbasel» aus.

Wie ist das Verhältnis zu Ihren Stammkundinnen? Tauschen Sie sich mit ihnen aus?
Ein- bis zweimal pro Woche bin ich selber im Laden und verkaufe. Dies inspiriert mich immer von Neuem. Direktes und ehrliches Feedback ist mir sehr wichtig und schätze ich sehr. Ich bekomme dieses einerseits von meinem Verkaufspersonal, andererseits von den Kundinnen selber.

Was sagen Kundinnen über «kleinbasel»? Hören Sie rein!

Wie kam’s zum Namen «kleinbasel»?
Der Name ist ein Wortspiel aus meinem Nachnamen und meinem ersten Laden im Stadtteil Kleinbasel. Ich habe damals in Zürich studiert und fand ein Statement für Basel ganz gut (lacht). Spass bei Seite: Ich wollte damals meinen Namen nicht voll im Label haben – was heute anscheinend manchmal etwas problematisch ist.

Weshalb?
Es gibt Leute, für die der Name etwas polarisiert, weil eben Basel drin steht oder weil das Kleinbasel ein weniger chicer Stadtteil ist. Aber heute boomt das Quartier, es ist extrem lebendig und trendy, ich hatte also eine gute Inspiration. Ich denke, der Name ist mittlerweile bekannt, und ändern kann ich den Namen nicht mehr…  es ist nun mal so, wie es ist.

Was zeichnet die Sommerkollektion 2016 aus?
Eine grosse Farbigkeit! Unter dem Thema «Himmel und Erde» ist eine vielseitige, junge und abwechslungsreiche Kollektion entstanden. Wir haben Gelb, Silber, Rosé und Gold drin. Das ist extrem frisch. Es gibt tolle Stoffmuster mit Punkten. Wie immer ist die Kollektion abgestimmt, so dass sich die einzelnen Kleidungsstücke und Taschen einfach kombinieren lassen. Auch für mich ist es immer wieder spannend zu sehen, was mein Verkaufsteam aus der aktuellen Kollektion im Laden macht: Es kombiniert die einzelnen Teile immer wieder neu und toll.

Die Sommerkollektion 2016

Wie lassen Sie sich für neue Kollektionen inspirieren?
Ich reise sehr gerne und liebe Kunst, Design und Filme. Ich bin keine Recherchiererin, sehr viel kommt von mir selber. Natürlich inspiriert mich auch das Material. Auf Messen lasse ich mich davon inspirieren, was mir gefällt. Was mir nicht gefällt, mach ich auch nicht.

Viel wird also von Ihrem Alltag inspiriert?
Ja, das kann man so sagen. Und durch Reisen. Ich war einige Male in Marokko, da gibt es viel Spannendes zu sehen. Was wichtig ist, sind entspannte Momente, damit ich in die Materialien, die Farben und die Formen eintauchen kann. Daraus führt jeweils das Eine zum Anderen. Habe ich zum Beispiel eine Hose entworfen, überlege ich mir, was dazu passen könnte und so geht’s von einem Stück zum nächsten.

«Meine Kundin interessiert sich dafür, dass wir die Kollektionen selber herstellen, in Europa zu sozial fairen Bedingungen und nicht in China als Massenware produzieren lassen.»

Wie gehen Sie mit dem Anspruch «individuell», heisst jemand verwirklicht seinen eigenen Stil, versus «universell», heisst man will nicht zu stark aus der Masse hervortreten, in der Mode um?
Dieses Thema hat viel mit Selbstreflexion zu tun, denn ich kenne das ja selber: Ich möchte etwas Spezielles tragen, aber nicht total auffallen – oder nur partiell. Bei «kleinbasel» gibt es ganz klare Grenzen, weil ich weiss, dass es bestimmte Dinge gibt, die niemand kauft. Oder ich würde sie selber auch nicht anziehen, weil sie zu abgefahren oder zu exklusiv sind. Wir machen zum Beispiel keine Hotpants. Auch keine Basic-T-Shirts, die machen andere. Trotzdem muss jedes Stück einer Kollektion Charakter haben. Das einzelne Kleid muss alleine bestehen können, denn normalerweise nimmt man ein Stück heraus, das für sich an der Kundin toll aussehen soll. Das Thema ist eine Gratwanderung. Natürlich haben wir auch schon Stücke produziert, die sich nicht verkaufen liessen. Das kann dann am Preis liegen, an der Farbe, am Schnitt...

Von daher gehen Sie auch bei diesem Thema sehr von sich aus?
Von mir und von der Kundin, denn diese ist sehr klar beschreibbar: In Basel fahren die meisten mit dem Velo, daher müssen Kleider praktisch sein. Meine Kundinnen sind in der Regel zwischen 30 und 55 Jahre alt, die meisten interessieren sich sehr für Nachhaltigkeit. Viele kommen aus dem Sozialbereich, einige sind Grafikerinnen oder Architektinnen. Meine Kundin interessiert sich dafür, dass wir die Kollektionen selber herstellen, in Europa zu sozial fairen Bedingungen und nicht in China als Massenware produzieren lassen.

Lassen Sie sich inspirieren und schauen Sie vorbei: Online unter www.kleinbasel.net oder dann direkt im Laden in Basel oder Zürich!

Kategorie:

einkaufen, freizeit, mode, story

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