ENJOY TV St. Moritz

Social TV aus der schillerndsten Alpendestination der Welt

Text: Susanne Wagner / Bilder: zvg

Enjoy St. Moritz TV geht neue Wege: Der erste regionale Social-TV-Sender verknüpft das klassische Fernsehen mit Web und Social Media und verbindet so das Engadin mit der ganzen Welt. Reisen Sie ins Engadin? Dann lassen Sie sich von Enjoy TV einstimmen.

Den 30. November 2014 wird Filippo Giani nicht so schnell vergessen. Der 40-jährige Internetcrack sass in der Nacht mit zehn Freunden und Mitarbeitern im Büro vor dem Bildschirm und drückte Punkt Mitternacht auf die Starttaste: Enjoy St. Moritz TV ging erstmals auf Sendung. «Das war wirklich ein guter Moment», erinnert sich Filippo Giani. Bis wenige Tage vor Sendestart kämpfte man mit technischen Problemen. Kein Wunder bei den hohen technischen Anforderungen von vier Softwaresystemen, die mit vier Servern verknüpft sind.

Fulminanter Programmstart
Rechtzeitig vor Sendebeginn fand man die Lösung. Das Team war erleichtert. «Wir feierten ein bisschen und machten ‹Party›. Geschlafen hat niemand besonders gut», blickt Filippo Giani zurück. Denn schon am nächsten Tag galt es, die Ergebnisse der Webanalyse zu begutachten, um die Reichweite des Senders zu prüfen. Die Resultate übertrafen alle Erwartungen. Nicht nur in der Region Graubünden, sondern auch im Raum Zürich hatten Tausende von Internetnutzern den Livestream von Enjoy St. Moritz TV aufgeschaltet.

Den aus dem Tessin stammenden Filippo Giani freut es besonders, dass dieses Ziel ganz ohne klassische Werbung, sondern nur mit einem vierwöchigen Countdown auf Facebook erreicht wurde. Die Tausenden von Projektarbeitsstunden des jungen Teams um Filippo Giani haben sich gelohnt. «Enjoy St. Moritz TV geht neue Wege, weg vom klassischen Lokalsender hin zu einem weltweit empfangbaren Fernsehen. Diese Lösung entspricht den Bedürfnissen sowohl der Einheimischen wie auch des internationalen Publikums von St. Moritz und des Engadins», sagt Roberto Rivola, Kommunikationsleiter der Tourismusorganisation Engadin St. Moritz.
 
Blick hinter die Kulissen
Tatsächlich füllt der Sender eine Lücke, denn bisher gab es im Engadin kein Regionalfernsehen. Neben dem 24-Stunden-Livestream gibt es auch viele Sendungen, die Sie im Archiv anschauen können. Ob Ausflugstipp, regionale Nachrichten, Musikvideos, Interviews mit lokalen oder nationalen Prominenten wie etwa der Sängerin Sina – die Inhalte kommen gut an. Dazu gehören auch Interviews mit alteingesessenen Engadinern. Oder die Kochsendung «Chadafö Engiadinaisa» mit Fokus auf die regionale Küche. Die Sendung «Kulm at work» wirft einen Blick hinter die Kulissen des Hotelalltags, beispielsweise in die Wäscherei, die Küche oder die Floristikabteilung. «Man sagt, St. Moritz sei eine Traumfabrik. Wir möchten auch die Personen dahinter zeigen», so Filippo Giani. Der CEO von Ibexmedia – der Firma hinter Enjoy St. Moritz TV – arbeitete schon mit dem Internet, als es noch in den Kinderschuhen steckte. Er gründete unter anderem das erste Online-Newsportal im Tessin.
 
Die Anzahl der Nutzer von Enjoy St. Moritz TV steigt seit Monaten konstant: In den ersten vier Monaten erreichte das Social TV 50 000 Zuschauer, verteilt auf 136 Länder. Im Juni 2015 waren es schon 62 000. Dabei handelt es sich um «Unique Clients», die härteste Methode, um die Reichweite eines Mediums zu messen. Woher dieses weltweite Interesse für ein regionales Produkt? Filippo Giani: «St. Moritz, eingebettet im inspirierenden Engadin, ist die schillerndste Alpendestination der Welt. Die Leute interessieren sich auch für den Glamour der Region.» News, Lifestyle, Kultur, Sport und Promis – dieser Mix kommt gut an. Interviews mit Prinz Albert von Monaco, dem Radrennfahrer Fabian Cancellara, der Sängerin Alex Hepburn, dem Spitzenkoch Andreas Caminada oder dem Sänger Christian J. Jenny stossen nicht nur in der Region auf ein interessiertes Publikum. Enjoy St. Moritz TV können Sie über die Website via Computer, Tablet oder Smartphone konsumieren und ist mit Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Google+ und Youtube verbunden. So können Sie sich mit Kommentaren, Posts, Likes, ergänzenden Tipps und eigenen Fotos einbringen.
 
Starke Bindung an die Ferienregion
Dank der Onlinepräsenz ist auch das relativ kleine Einzugsgebiet kein Problem. Im Gegenteil, wie Tourismusfachmann Roberto Rivola erklärt: «Unsere Gäste können sich über die Region und die Veranstaltungen nicht nur während ihres Aufenthaltes im Engadin und in St. Moritz informieren, sondern auch zu Hause auf dem Laufenden bleiben.» Dadurch entstehe für die Stammgäste eine starke Bindung an die Region.
 
Eine grosse Rolle spielen Sportsendungen: Das «White Turf Magazin» berichtet über Themen rund um das internationale Pferderennen auf dem gefrorenen St. Moritzersee, das gesellschaftliche Highlight der Wintersaison. Das «Olympia Bob Run Magazin» legt den Fokus auf den Sport auf der ältesten Bobbahn der Welt. Letzte Saison wurden die Schweizer Bobmeisterschaften erstmals mithilfe von 33 Kameras aufgenommen und als Livestream aufgeschaltet. Der Anlass erreichte Zuschauer in ganz Europa, Kanada und Japan. Um noch mehr dieser Touristen zu erreichen, will Enjoy St. Moritz TV künftig mehr auf Englisch und Italienisch produzieren statt in Dialekt und Schriftsprache wie bis anhin.
 
Sinnvolle Zusammenarbeit mit Hotels
Mit zum Erfolg trägt auch die Zusammenarbeit mit zwei bekannten St. Moritzer Hotels bei. Im Kulm Hotel St. Moritz und im Kronenhof Pontresina erscheint Enjoy St. Moritz TV als normaler Sender in der Übersicht der Fernsehkanäle im Hotelzimmer. «Im Engadin hat eine zentrale Nachrichtenstelle, welche alle Neuigkeiten sammelt und aufbereitet, so noch nicht existiert»,  sagt Heinz Hunkeler, CEO im Kulm Hotel St. Moritz. Von seinen Gästen erhält er die Rückmeldung, dass sie Enjoy St. Moritz TV vor allem nutzen, um sich über anstehende Veranstaltungen in St. Moritz und im ganzen Engadin zu informieren.
 
Filippo Giani ist überzeugt, dass erst zwei Prozent des Potenzials des Senders ausgeschöpft seien. In Zukunft will er vermehrt mit Sponsoren zusammenarbeiten und setzt dabei auf die exklusive Ausstrahlung der Marke St. Moritz. Das kleine Team arbeitet mit temporären Freelancern, beispielsweise für die Videoproduktionen, aber auch mit zahlreichen Volontären und Freunden. Der CEO hat selbst unzählige unbezahlte Arbeitsstunden investier. An Ideen mangelt es dem jungen Sender und seinen Machern nicht. Filippo Giani schwebt ein kleiner Crash-Sprachkurs für Sie als Besucherin oder Besucher des Engadins vor: «Dort lernen Sie zum Beispiel, wie Sie an der Bar auf Rätoromanisch einen Wodka Lemon bestellen.»

www.enjoystmoritz.ch

Kategorie:

kultur

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