In der City

Max Chocolatier erobert die Schweiz

Text: Hugo Vuyk / Bilder: Jürg Waldmeier

Dass vor fünf Jahren in Luzern mit Max Chocolatier eine Schokoladenmanufaktur gegründet wurde, hat mit einem Traum zu tun. Aber auch mit einer feinen Nase für die Bedürfnisse der Konsumenten. Und mit dem Anspruch, die beste Schokolade der Schweiz herstellen zu wollen.

Schon das Geschäftslokal am Schweizerhofquai in Luzern – die «Boutique», wie es bei Max Chocolatier heisst – spiegelt die Haltung der Firma und passt zur Schokolade. Naturprodukte wie Holz und Stein stehen im Vordergrund, das Interieur wirkt wertvoll, aber nicht protzig. Die vier Kernwerte von Max Chocolatier sind gleich beim Eingang aufgeführt: «handgemacht», «wertvoll», «100 % natürlich» und «einzigartig».
 
Das Kakao-Anbaugebiet prägt den Geschmack
Auf die Produkte bezogen bedeutet dies: natürliche und erstklassige Zutaten – von den Kakaobohnen aus einem Dutzend verschiedenen Anbaugebieten über Rahm aus dem Napfgebiet bis hin zu Mandeln aus Kalifornien oder Haselnüssen aus dem Piemont. Es heisst auch, dass Max Chocolatier die Couverturen bei Felchlin Switzerland bezieht, ein Garant sowohl für hohe Rohstoffqualität wie auch für anständige Entlöhnung der Kakao-Bauern, die immer über dem Fairtrade-Niveau liegt.

Die meisten Produkte im Sortiment enthalten Kakao aus einem einzigen Anbaugebiet. Es ist wie beim Wein: Das Terroir prägt den Geschmack der Schokolade – wer sich darauf einlässt, wird die Unterschiede zwischen Kakao aus den East Highlands der Insel Java und aus der Hacienda Elvesia in der Dominikanischen Republik herausschmecken. Rund zwei Drittel der Pralinen und Schokoladen sind Kreationen, die auf die jeweilige Jahreszeit abgestimmt sind. Im Herbst sind es etwa «Dunkle Mirabelle» oder «Alpenbrise». Trotz der Varietäten wird jedes Produkt von den drei Chocolatiers von Hand so geprägt, dass es eindeutig als eines von Max Chocolatier erkennbar ist.
 
Während man die Pralinen und Schokoladen online bestellen oder auch in den Globus-Filialen Zürich-Bellevue und Genf kaufen kann, sind die Glaces nur in Luzern erhältlich. Inzwischen sind 25 Geschmacksrichtungen im Angebot. Von den Kunden sehr geschätzt wird die exklusive Möglichkeit, bei Max Chocolatier die Verpackung nach eigenen Wünschen gestalten zu lassen, sei dies für ein Familienfest oder als Geschenk für Geschäftspartner.

Träume werden wahr
Die Gründung von Max Chocolatier ist eine Familiengeschichte, die fast zu schön ist, um wahr zu sein. Ihre wichtigste Figur ist ein Junge namens Max. Seinen Mund zierten oft Schokoladenspuren, was seinem Vater – ebenfalls ein leidenschaftlicher Schokoladeliebhaber – natürlich nicht verborgen blieb. Im Jahr 2009 ging der lang gehegte Traum der beiden endlich in Erfüllung: Sie kreierten ihre eigene Schokolade.
 
Hinter dem Traum von Max’ Vater, Patrik König, steht eine weitere Geschichte: König war in den 90er-Jahren geschäftlich viel unterwegs und wurde überall auf der Welt immer wieder auf die Schweizer Klischees angesprochen: Berge, Uhren und Schokolade. Mit Bergen kennt er sich als Luzerner bestens aus, mit Uhren sogar noch besser, leitet er doch inzwischen das von seinem Vater gegründete Uhren- und Schmuckgeschäft Embassy. Den Schritt von den Uhren zur Schokolade erklärt König so: «In der Schweiz sind die weltbesten Uhrenmanufakturen zu finden, doch nicht die besten Chocolatiers. Die fand man bis anhin eher in Belgien, Frankreich oder Japan.» Das sei keineswegs als Kritik an der Schweizer Schokolade zu verstehen, es gebe auch regionale Chocolatiers mit ausgezeichnetem Ruf. «Doch mit Max Chocolatier will ich eine Schokolade haben, welche als die beste der Schweiz bekannt ist.»
 
Das Ausland wartet
Die Kundenreaktionen zeigen, dass König sein Ziel in den ersten fünf Jahren bereits erreicht hat – oder ihm zumindest sehr nahe gekommen ist: «In meinem Berufsleben habe ich noch nie so viele positive Reaktionen erhalten wie bei Max Chocolatier.» So sprach ihn kürzlich ein begeisterter Chinese an – er hatte König in seiner Heimat im Fernsehen gesehen. Wie auch immer, König ist keiner, der sich auf Lorbeeren ausruht: Er wird die Entwicklung seiner Produkte weiter vorantreiben. Dass er sie an mindestens fünf von sieben Tagen selber geniesst, hat jedoch nicht nur geschäftliche Gründe: «Wie mein Sohn esse ich einfach sehr gerne Schokolade.»

www.maxchocolatier.com

Kategorie:

gastronomie, einblick

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