Filmtipps für den Winterabend

Schauspieler und ihre Doubles auf der Piste

Text: Hugo Vuyk / Bilder: zvg

Ski- oder Snowboardszenen im Film – da kommt vielen zuerst die Verfolgungsjagd am Schilthorn in den Sinn, zu sehen in «James Bond 007 – Im Geheimdienst Ihrer Majestät». Dies übrigens mit gutem Grund, war die Szene doch Vorbild für manchen Regisseur. Doch auch Bridget Jones oder die Beatles wagten sich im Film auf die Piste. Unsere DVD-Top Ten, um Ihnen lange Winterabende zu verkürzen – viel Spannung und Spass dabei!

So bekannt die Skiszenen am Schilthorn sind, so wichtig ist Willy Bogner für Skiszenen im Film überhaupt. Der Filmemacher, Designer und Inhaber der gleichnamigen Bekleidungsfirma gehörte in den 1960er Jahren zu den besten Deutschen Skifahrern und gewann unter anderem eine Abfahrt am Lauberhorn. Er führte Regie bei einer Reihe von Filmen, die zwischen den Genres Sport- und Actionfilm pendelten, etwa «Crystal Dreams», «Feuer, Eis und Dynamit», «White Magic» oder «Feuer und Eis» (mehr dazu unten).
 
Und Bogner zeichnet verantwortlich für die Skiszenen im Bondfilm «Im Geheimdienst Ihrer Majestät», die er mit einer speziellen Kamera aufzeichnete. Er verwendete für den Film auch eine Vorläuferversion der Twintips, Skier mit gebogenen Vor- und Hinterenden, mit denen man auch rückwärts fahren kann. George Lazenby, der den Bond spielte, wurde auf den Skiern gedoubelt von Ludwig Leitner, einer weiteren Deutschen Skilegende. Und Bernhard Russi spielte einen der Verfolger Bonds – den Fahrer, der in die Schneefräse gerät.

Mit dem Einsatz von Stuntmen für rasante Skiszenen befindet sich Bond in bester Gesellschaft: Auch die Beatles wurden in «Help!» von Skilehrern auf der Piste gedoubelt, denn sie waren absolute Nicht-Skifahrer. Damit wären wir bei Bridget Jones angelangt. Für ihre Rolle in «Am Rande des Wahnsinns» brauchte Renée Zellweger sicher keine Vertretung: Jones passiert so ziemlich jeder Fehler, den ein Skianfänger begehen kann. Wir wünschen Ihnen viel Spass mit unserer DVD-Top-Ten der besten, spektakulärsten oder lustigsten Skiszenen in Spielfilmen

«James Bond 007 – Im Geheimdienst Ihrer Majestät» (Bild: Twentieth Century Fox)

«James Bond 007 – Im Geheimdienst Ihrer Majestät»
Der Gegner von James Bond heisst diesmal Ernst Stavro Blofeld, der junge Mädchen unter Hypnose dazu einsetzen will, auf der ganze Welt Krankheitserreger zu verbreiten. In einem Sanatorium auf dem Schilthorn – untergebracht im Panoramarestaurant Piz Gloria – kommt Bond den Plänen auf die Spur. Natürlich wird er dort gefangengesetzt, in der Natur der Bondfilme liegt aber auch, dass er fliehen kann. In einer spektakulären Verfolgungsszene fährt Bond das Schilthorn hinunter.

von Peter R. Hunt, mit George Lazenby und Diana Rigg, 1969, 140 Min.
 

«Turist – Force Majeure» (Bild: LookNow! Filmverleih)

«Turist – Force Majeure» («höhere Gewalt»)
Tomas und Ebba, ein junges und erfolgreiches schwedisches Ehepaar, haben sich für den Skiurlaub mit ihren beiden Kindern die französischen Alpen ausgesucht. Eine Staublawine geht knapp an ihnen vorbei. Doch durch das Verhalten einer Person während des Naturereignisses wird die Beziehung der Familienmitglieder auf eine harte Probe gestellt und das eigentliche Drama beginnt. Bei den Filmfestspielen von Cannes erhielt «Höhere Gewalt» 2014 den Preis der Jury.

von Ruben Östlund, mit Brady Corbet und Kristofer Hivju, 2014, 120 Min.


«Feuer und Eis»
Vordergründig geht es um eine Liebesgeschichte mit ein paar Verstrickungen, doch im Mittelpunkt des Sportfilms «Feuer und Eis» von Willy Bogner stehen spektakuläre Skiszenen – auch auf der Bobbahn. Gedreht wurde in Aspen, St. Moritz und Kitzbühel. Sollte Ihnen in der deutschen Originalfassung (DVD auch auf Englisch umschaltbar) die Stimme bekannt vorkommen, die den Handlungsablauf kommentiert: Ja, Sie haben Recht, es ist Emil Steinberger!

von Willy Bogner, mit Suzy Chaffee und John Eaves, 1986, 90 Min.

«Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns» (Bild: Universal Pictures)

«Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns»
Mark ist für Bridget Jones der Mann des Lebens. Doch als sie dahinter kommt, dass die Idee für die Einladung zum Skiurlaub nicht von ihm, sondern von ihrer schönen Kollegin Rebecca kommt, wird sie von Zweifeln geplagt. Natürlich fährt Rebecca viel besser Ski und bei Bridget läuft auf der Piste alles schief, trotz des neuen rosa Skianzugs. Die Skiszenen wurden in Lech am Arlberg gedreht, weitere Szenen in Thailand und Grossbritannien.

von Beeban Kidron, mit Renée Zellweger, Colin Firth und Hugh Grant, 2004, 108 Min.


«Help!»
«Lärmiger farbiger Cocktail aus Beatmusik und zahlreichen, meist originellen Einfällen», schrieb der Evangelische Film-Beobachter im Jahr 1965, als «Help!» auf der Leinwand erschien. Heute gilt der Beatles-Film als Klassiker der Musikfilmgeschichte. Bei guten Englischkenntnissen empfehlen wir Ihnen die Originalversion mit Untertiteln, denn die hörenswerten bizarren Wortspielereien von John Lennon kommen in mancher Synchronisation nicht voll rüber. Die Skiszenen wurden im Österreichischen Obertauern gefilmt.

von Richard Lester, mit den Beatles, 1965, 91 Min.

«Noch einmal Ferien» (Bild: Paramount / Universal Pictures)

«Noch einmal Ferien»
Georgia Byrd arbeitet in der Küchen- und Haushaltsabteilung eines grossen amerikanischen Kaufhauses. Noch einem eigentlich harmlosen Unfall diagnostiziert der Arzt einen Hirntumor und teil ihr mit, sie habe noch etwa drei Wochen zu leben. Sie hebt ihr ganzes Vermögen ab und reist nach Europa, um noch einen Teil ihrer Träume verwirklichen zu können, unter anderem im Skigebiet Venet im Tirol. Und am Ende kommt alles anders als erwartet, aber mehr sei Ihnen nicht verraten.

von Wayne Wang, mit Queen Latifah und LL Cool J, 2006, 111 Min.

«Grand Budapest Hotel» (Bild: Twentieth Century Fox)

«Grand Budapest Hotel»
Im Zentrum des Films stehen die turbulenten Erlebnisse eines Concierge und eines Pagen des etwas heruntergekommenes Grand Budapest Hotels. Bei der Verfolgungsjagd auf Schlitten und Ski, eine der Schlüsselszenen des Films, ist auch ein Observatorium zu sehen, für welches das Sphinx-Observatorium auf dem Jungfraujoch Vorbild war. Der opulente und mit vielen hervorragenden Schauspielern besetzte Film wurde unter anderem mit vier Oscars ausgezeichnet.

von Wes Anderson, mit Ralph Fiennes und Tilda Swinton, 2014, 101 Minuten


«xXx»
Den Liebhabern der etwas härteren Actionfilme sei «xXx» (ausgesprochen Triple X) mit Vin Diesel empfohlen. Die Stunts sind in diesem Film, der als der neue James Bond für das neue Jahrtausend geplant war, natürlich wichtiger als die Handlung – es geht um eine Untergrundorganisation, welche die Weltmächte gegeneinander ausspielen will. Diverse Extremsportler haben in «xXx» Gastauftritte. Extrem erscheint auch die Szene, in der es darum geht, ob Vin Diesel auf dem Snowboard schneller als die Lawine ist.

von Rob Cohen, mit Vin Diesel und Samuel L. Jackson, 2002, 123 Min.


«Inception»
Dominick Cobb verdient sein Geld damit, wertvolle Informationen aus den Träumen anderer Menschen zu stehlen. Doch eigentlich will Cobb wieder ein normales Leben haben und zu seiner Familie zurückkehren können. Dafür muss er noch einen letzten Auftrag erledigen, der als unmöglich gilt. Auch in diesem Psycho-Thriller kommt es zu einer Verfolgungsjagd auf der Piste, für die sich der Regisseur inspirieren liess durch seinen Lieblingsbondfilm – durch «Im Geheimdienst Ihrer Majestät».

von Christopher Nolan, mit Leonardo DiCaprio und Joseph Gordon-Levitt, 2010, 148 Min.

«First Descent» (Bild: Tiberius Film)

«First Descent»
Zum Schluss ein Tipp, der als Dokumentarfilm etwas aus der Reihe tanzt, aber in einer spektakulären Zeitreise die Entwicklung des Snowboardsports von einer rebellischen Untergrundbewegung zu einem weltweiten Massenphänomen beschreibt. Die Snowboarder, die im Film auftreten, repräsentieren bereits drei Generationen in dieser jungen Sportart. Gezeigt wird auch, wie sich fünf der weltbesten Sportler in dieser Disziplin auf den Weg nach Alaska machen, um die riskante Erstabfahrt von einem der höchsten Gletscher der Welt zu wagen.

von Kemp Curly und Kevin Harrison, mit Shaun White und Hannah Teter, 2005, 106 Min.

Kategorie:

freizeit, kultur, tipps

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