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Concept Stores erleichtern Ihr Leben

Text: Hugo Vuyk / Fotos: zVg

Sie haben die ideale Hose gefunden und suchen nun eine Vase, die den gleichen Style zum Ausdruck bringt? In einem Concept Store ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Sie fündig werden. In der Schweiz wird dieser Ladentyp immer populärer. Doch was steckt dahinter?

Der Begriff könnte auf Amerika deuten, aber der Concept Store ist eine europäische Erfindung: Die Idee, das Angebot eines Ladens auf einen Lebensstil auszurichten, wurde in den 1990er-Jahren mit «10 Corso Como» in Mailand und «Colette» in Paris umgesetzt. Carla Sozzani, Inhaberin von «10 Corso Como» und zuvor langjährige Chefredaktorin von Vogue, erklärt in diversen Interviews, wie es zur Gründung ihres Concept Stores kam: «Mir fehlte der direkte Austausch mit dem Publikum. Und so kam mir die Idee einer quasi lebendigen Zeitschrift, in der die Lebensart nicht nur erzählt, sondern greifbar wird.»

Auf kleinstem Raum, meist in der Grösse einer Boutique, wird Ihnen in einem Concept Store eine hochwertige Kombination von Produkten aus verschiedensten Bereichen angeboten. Fast wie in einem Warenhaus, nur mit kleinerer, sorgfältig ausgewählter Palette und optimal aufeinander abgestimmt.
 
So finden Sie im Idealfall in demjenigen Concept Store, der Ihre Traumhose anbietet, auch einen dazu passenden Gürtel, eine Sonnenbrille oder gar einen Stuhl. Der häufigste Produktemix eines Concept Stores besteht aus Mode, Schuhen, Accessoires und Kleinmöbeln. Ab und zu finden Sie dort auch Bücher und CDs oder Schallplatten, Kosmetik und Lebensmittel. Das Geschäftsmodell kommt bei den Konsumenten gut an, denn inzwischen bereichern Concept Stores in vielen Schweizer Städten das Angebot.
 
5 Fragen an Claudia Desax von Opia in Zürich
Claudia Desax betreibt seit neun Jahren mit Opia einen Concept Store, der das Modeschaffen aus Asien, Europa und aus der Schweiz ins Zentrum stellt. Seit zwei Jahren befindet sich ihr Geschäft an der Europaallee in Zürich.
 
Was macht für Sie einen Concept Store aus?
 Das Sortiment muss sich klar unterscheiden sowohl von demjenigen eines Warenhauses wie auch von demjenigen einer Kleiderboutique. Ich muss den Kunden ausgewählte Artikel und Erlebniswelten präsentieren können, die nicht auf die Labels des Massenmarktes setzen. Dabei sehe ich mich und mein Team bei Opia in erster Linie als Kuratoren, die für die Kunden die Artikel sorgfältig zusammenstellen, und weniger als Einkäufer. Und wenn Mode im Mittelpunkt des Angebots steht, gehören für mich verwandte Produkte wie Brillen, Schmuck oder Taschen dazu.
 
Wie kamen Sie zu Ihrer Angebotspalette?
Die ist grösstenteils organisch gewachsen: Ich fing mit einem Label an, bekam Empfehlungen, suchte Ergänzungen. Natürlich hat das Angebot eines Concept Stores immer auch mit den persönlichen Leidenschaften und Interessen des Inhabers oder der Inhaberin zu tun. Das ist sicher auch ein Merkmal eines Concept Stores, dass er häufig ein Spiegelbild einer einzelnen Person ist und nicht das Resultat eines Strategieteams.
 
Wie kommen Sie zu Inspirationen für neue Produkte? Surfen Sie unentwegt herum und sind viel auf Reisen?
Letzteres wäre schön! Die Ideen entstehen primär im Kopf, bei Spaziergängen entlang der Limmat oder am See. Oder im Gespräch mit Menschen, auch beim Besuch von anderen Städten. Die Ideen kommen mir zu 99 Prozent offline, das Web brauche ich anschliessend, um spezifisch nach Umsetzungen der Ideen zu suchen.
 
Wichtig für einen Concept Store ist wohl das persönliche Einkaufserlebnis – wie passt da Ihr Online-Shop dazu?
Der hat einerseits die Funktion eines Schaufensters sowohl für die Kundschaft als auch für die Anbieter. So kann man sich ein Bild machen von unseren Erlebniswelten. Und häufig rufen Besucher der Website an, weil sie Fragen haben. Dann kann ich sie persönlich am Telefon beraten oder sie kommen danach in den Laden. Zudem ist der Online-Shop eine gute Ergänzung für meine bestehenden Kunden.
 
Wie bezahlen die Kunden eigentlich in einem Concept Store?
Im Laden wird zu gut 70 Prozent mit der Kreditkarte bezahlt. Dass jemand Bargeld verwendet, kommt inzwischen nur noch ein Mal in der Woche vor. Die grosse Registrierkasse braucht es daher nicht mehr, wir kommen mit einem Terminal für Zahlkarten und einem Serviceportemonnaie gut zurecht.

Ausgewählte Concept Stores in der Schweiz
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Kategorie:

einkaufen, mode, tipps

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