Tipps von der Ärztin

Gesund durch den Winter

Text: Hugo Vuyk, Foto: istock, zVg

Der erste Schneetag ist immer wieder ein Erlebnis! Doch viele verbinden den Winter auch mit Erkältung, trockener Haut und rissigen Lippen. Dr. Regula Mettler, Chefärztin des telemedizinischen Beratungszentrums Medi24, sagt, worauf es für die Gesundheit besonders ankommt.

Jede Jahreszeit hat ihre besonderen Herausforderungen für den Organismus. Im Winter hängen diese vor allem mit der Kälte zusammen. Eine Garantie für einen krankheitsfreien Winter gibt es nicht, doch vorbeugen hilft. Dr. Regula Mettler von Medi24, dem telemedizinischen Beratungszentrum, zu dem rund 3,5 Millionen Schweizer Krankenkassenkunden Zugang haben, gibt Tipps.

Das perfekte Raumklima
Viele Menschen empfinden eine Temperatur zwischen 19 und 23 Grad Celsius als behaglich, dies bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 30 bis 50 Prozent. Die Werte hängen von Alter, Geschlecht, Raumnutzung, körperlicher Betätigung und Bekleidung ab. Allerdings sollte die Luftfeuchtigkeit nicht unter 40% absinken, da sonst die Schleimhäute austrocknen, wodurch sich Bakterien oder Viren schneller ausbreiten und eine Erkältung hervorrufen können.

Regelmässig lüften
Die relative Luftfeuchtigkeit lässt sich erhöhen, indem Sie die Raumtemperatur etwas absenken. Oder Sie setzen einen Luftbefeuchter ein, allerdings nicht irgendeinen: Verdampfer sind aus hygienischer Sicht am besten, sie verbrauchen allerdings viel Strom. Bei Verdunstern müssen die Filter regelmässig ausgetauscht werden, damit allfällige Bakterien und Keime nicht in die Raumluft gelangen. Verneblergeräte, insbesondere Ultraschallvernebler, müssen ebenfalls häufig gereinigt werden. Genauso wichtig ist Frischluft: Ist die Luft verbraucht, werden die Menschen müde und leiden an Konzentrationsstörungen. Deshalb die Räume lüften und mehrmals am Tag die Fenster öffnen!

Sonne tanken
Vitamin D wird als einziges Vitamin nur unzureichend mit der Nahrung zugeführt. Dafür wird es vom Organismus unter Einwirkung von Sonnenlicht selbst gebildet. Lichtmangel im Winter führt bei rund der Hälfte der Bevölkerung zu einem Defizit an Vitamin D. Bei nachgewiesenem Vitamin-D-Mangel kann man es entweder mit der Nahrung zuführen (Eier, Hering, Räucheraal, Lachs, Forelle, Rinderleber, Kalbfleisch, Milchprodukte, Avocados, Champignons) oder aber als Vitaminergänzung. Letzteres ist besonders für Vegetarier, Veganer und ältere Menschen sowie Nachtschichtarbeiter eine sinnvolle Ergänzung.

Die Mittagssonne unterstützt die Vitaminsynthese am effektivsten. Sie produziert etwa die doppelte Menge an Vitamin D wie die Sonnenstrahlen am Nachmittag. Dabei reicht eine Aufenthaltsdauer von 15 bis 20 Minuten über Mittag auch im Winter bereits aus, um eine genügende Tagesmenge an Vitamin D (600 IE) zu bilden. Etwa 15 bis 20% der Körperoberfläche sollten der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein.

Honig für die Lippen
Im Winter setzt der Wechsel von kalter Aussentemperatur zu warmer, trockener Heizungsluft den Lippen zu. Bei der Lippenpflege sollten Sie auf einen hohen Gehalt an rückfettenden Substanzen achten. Gut geeignet sind Produkte mit Shea-Butter, Aprikosenkernöl, Mandel-, Oliven- oder Jojoba-öl. Auch Bienenwachs oder Melkfett als Inhaltsstoffe sind effektiv.

Sind die Lippen so trocken, dass sie bluten, sollten Sie eine pflegende Hautcreme (zum Beispiel mit Dexpanthenol) einsetzen und diese dick auftragen. Bei eingerissenen Mundwinkeln können Sie die Entzündung mit zinkhaltigen Salben bekämpfen. Anstatt einer Lippenpflege ist auch etwas Honig wirksam, den man vor dem Zubettgehen auf die Lippen verteilt.

Bewährte Hausmittel
Hat eine Erkältung oder die Grippe Sie doch erwischt, benötigt der Körper genügend Zeit und Pflege, um Viren oder Bakterien in den Griff zu bekommen. Eine effektive Abkürzung der Genesung gibt es nicht, doch wenn Sie sich richtig verhalten und den unten aufgeführten Empfehlungen folgen, verschleppen Sie die Krankheit nicht und tragen zur Linderung der Symptome bei.
 

  • Keine Anstrengungen, Aufenthalt in einem kühlen, schattigen und gut gelüfteten Zimmer
  • Leichte Kleidung tragen, sonst droht ein Wärmestau
  • Leichtes Bettzeug, keine Wolldecke
  • Viel trinken. Faustregel: Pro Grad Celsius Fieber zusätzlich 0,5 l bis 1,0 l Flüssigkeit pro Tag
  • Bei Appetit: leicht verdauliche Nahrung (Zwieback, Suppen, Reis) in kleinen Portionen einnehmen
  • Verschwitzte Kleider und Bettwäsche wechseln
  • Gemessene Fieberwerte mit Datum und Uhrzeit notieren
  • Fiebersenkende Massnahmen: nasse Wadenwickel (mit kaltem Leitungswasser benetztes Frottiertuch um Waden wickeln, 20 Minuten lang wirken lassen)  
  • Fieber stimuliert das Immunsystem und hilft zu einer schnelleren Heilung. Eine medikamentöse Fiebersenkung ist deshalb erst ab 39,2–39,5 Grad angezeigt (Paracetamol-Präparate bei bekannter Verträglichkeit, Dosierung gemäss Packungsbeilage)
  • Strikte Hygiene: Hände oft mit Seife waschen, körperliche Nähe zu gesunden Personen nach Möglichkeit einschränken, Niesen in ein Papiertaschentuch

Für Kunden rund um die Uhr da
Fast jede zweite Person hat kostenlos Zugang zu den Dienstleistungen von Medi24. Die Firma bietet während 24 Stunden, 7 Tage pro Woche, 365 Tage pro Jahr telemedizinische Beratung bei akuten Beschwerden mit einer Empfehlung zur Dringlichkeit einer ärztlichen Behandlung, Anleitung zur Selbstbehandlung sowie telemedizinische Beratung bei Fragen zu Krankheitssymptomen und -verläufen, Therapien und Prävention. Dies natürlich auch rund um saisonale Krankheiten.
 

Regula Mettler
Dr. med. Regula Mettler ist die medizinische Leiterin bei Medi24. Sie verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet der Allgemeinen Inneren Medizin und arbeitete sowohl in der Chirurgie als auch in der Gynäkologie, bevor sie 20 Jahre lang eine Allgemeinpraxis im Kanton Schwyz leitete. Vor ihrem Engagement bei Medi24 arbeitete sie als Projektärztin in Bhutan und verantwortete die Weiterentwicklung eines Distriktspitals. In ihrer Funktion als Chief Medical Officer von Medi24 leitet sie ein interdisziplinäres Ärzteteam von 14 Ärzten und ist Teil des weltweiten Ärztenetzwerkes der Allianz Global Assistance Gruppe.
 

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