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eSports-Trend – fiebern Sie mit!

Bild: Getty Images / 05.05.2021

eSports werden immer beliebter. Nicht nur bei den Gamern selbst, die virtuellen Turniere gewinnen auch immer mehr Zuschauer und Fans. Denn wie jeder «klassische» Sport verlangen auch eSports Konzentration, Geschicklichkeit und mentale Stärke. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr zu diesem Trend und lassen Sie sich davon begeistern.

eSports sind eine Randerscheinung und haben ohnehin nicht viel mit Sport zu tun – das ist hierzulande eine gängige Meinung. Doch was mit LAN-Partys in den 90er-Jahren begann, ist heute eine eigene Disziplin, die Mitstreiter und Fans gleichermassen in ihren Bann zieht. Dank der Austragung im digitalen Raum können eSports-Turniere jederzeit durchgeführt werden, wodurch in der derzeitigen besonderen Situation die Zuschauerzahlen und das generelle Interesse an eSports noch zusätzlich gestiegen sind. Global haben eSports im letzten Jahr einen Gesamtumsatz von gut 950 Mio. US-Dollar generiert und insgesamt wurde global bereits eine Gewinnsumme von über 930 Mio. US-Dollar ausbezahlt (Stand März 2021). Auch in der Schweiz haben eSports eine beachtliche Community und Swisscom lancierte unlängst eine Lehreinheit zu «E-Sport und Gaming», die an Schulen dereinst als Bestandteil eines Wahlfaches unterrichtet werden soll.
 
Ob Moba, Ego-Shooter oder virtueller Fussball – eSports werden in fast allen Game-Varianten und in verschiedenen Modi gespielt. Ob Einzelkämpfer oder Mannschaftssportler – auch hier findet sich für jeden Geschmack der richtige «Sport». Aktuell angesagt sind die Games League of Legends, Dota 2, CS:GO, Overwatch, Hearthstone, Rocket League und FIFA. Sind Sie jetzt SMH (Shaking My Head), wie der Gamer sagen würde? Schütteln Sie nicht den Kopf, probieren Sie’s aus.
 
Wollen Sie sich erst einmal mit eSports vertraut machen, bietet Twitch.tv einen guten Einstieg. Twitch ist das Streamingportal für Gamer, das für jeden Geschmack den richtigen Stream bereithält. Hier können Sie Profi-Gamern über die Schulter gucken und zahlreiche eSports-Events live oder zeitversetzt mitverfolgen. Streamen kann grundsätzlich jeder, richtig spannend wird es, wenn ein Stream professionell betrieben wird: Der Profi fasziniert durch herausragendes Gamen, der Entertainer spielt vielleicht weniger gut, unterhält dafür umso besser.
 
National und international
Die Swiss Esports League (SEL) ist die grösste und wohl wichtigste Schweizer eSports- und Gaming-Plattform. Die SEL ist Organisator von Turnieren, führt diese auf ihrer Plattform durch und hostet darüber hinaus weitere Events Dritter. In der Liga selbst wird um mehrere Haupttitel gespielt. Daneben werden zusätzliche Turniere oder Turnierserien ausgetragen. Die Organisation einer Liga ähnelt derjenigen traditioneller Sportarten. Zurzeit wird in vier Ligen zu den Games «Counter-Strike: Global Offensive» (Online-Taktik-Shooter-Game), «Rocket League» (Autoballspiel), «Hearthstone» (Online-Sammelkartenspiel) und «Rainbow Six: Siege» (taktisches Ego-Shooter-Game) gespielt. Während einer Saison werden aber noch viele weitere Turniere zu beliebten Spieletiteln durchgeführt.
 
Doch eSports werden vor allem auch international ausgetragen. So zocken Gamer oft gegen andere irgendwo auf der Welt, oder sie organisieren sich in internationalen Teams, um gegen andere anzutreten. Im virtuellen Raum kann jeder Gamer von überall teilnehmen. Entsprechend international ist denn auch die Fangemeinde, die sich für eSports begeistert. Und die Fans sind schon heute vergleichbar enthusiastisch wie Anhänger von Fussball, Tennis oder Formel 1.
 
Von der Qualifikation zur Spitzengruppe
Bevor die reguläre Saison beginnt, bekommt jeder eSportler die Chance, sich für die höchste Stärkeklasse zu qualifizieren. Doch auch wenn es nicht für die sogenannte Premier Division reicht, in den niederen Klassen kann eigentlich jeder mitmachen und sich in der Rangliste stetig nach oben kämpfen.
 
Eine weitere Gemeinsamkeit mit dem klassischen Sport ist, dass es in den niedrigen Stärkeklassen primär ums Weiterkommen und damit um den Aufstieg in eine höhere Klasse geht. In den höheren und höchsten Klassen spielen die eSportler dann um ein stattliches Preisgeld – Ruhm und Ehre gehören selbstverständlich dazu. Spitzenreiter ist der Däne Johan Sundstein, der 2019 am Meisterschaftsturnier zu Dota 2 mehr als 3,1 Mio. US-Dollar gewann. Doch auch Kinstaar hat an den Fortnite Fall Skirmish Series an einem Turnier knapp 60 000 US-Dollar gewonnen, womit er in der Schweiz die Spitzenposition einnimmt.
 
Aller Anfang ist schwer
Häufig organisieren sich die eSportler in Facebook-Gruppen, über Twitter-Seiten oder – sehr beliebt bei Gamern – über einen Discord-Channel. Dort suchen Teams mitunter nach neuen Teammitgliedern. Wie aber wird man eSportler? Training, Training, Training. Wenn Sie dann noch regelmässig an Turnieren, Cups und Ligen teilnehmen und dort eine überdurchschnittliche Performance an den Tag legen, werden womöglich eSports-Organisation oder Vereine auf Sie aufmerksam und die machen Sie dann – mit etwas Glück und Ausdauer – zum eSports-Profi.
 
Wie jeder physische Sport verlangen auch eSports viel Training, Disziplin, mentale Stärke und weitere sportliche Charaktereigenschaften, um erfolgreich mitstreiten zu können. In dem Sinne wünschen wir Ihnen GLHF – Good Luck & Have Fun! –, wie es im Jargon heisst.

 

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