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Expertentipp

Dank Finanzkompetenz mehr Kontrolle über Ihre Ausgaben

Foto: zvg / 10.02.2021

Dr. Johannes Hübner von der ETH Zürich hat in Zusammenarbeit mit Viseca die App Walter Finance entwickelt. Dabei hat er sich intensiv mit dem Thema Financial Literacy im Zusammenhang mit Zahlkarten auseinandergesetzt. Hier erfahren Sie mehr dazu und wie Ihnen das hilft, Ihre Ausgaben noch besser unter Kontrolle zu haben.

Dr. Johannes Hübner hat an den Auto-ID Labs der ETH Zürich und der Universität St. Gallen geforscht und ist Mitautor mehrerer Studien zum nachhaltigen Einsatz von Zahlkarten. Im Interview zeigt er auf, wieso Financial Literacy, zu Deutsch Finanzkompetenz, so wichtig ist und welche Möglichkeiten Sie haben, Ihre Ausgaben noch besser zu kontrollieren.
 
myCard: Was genau ist Financial Literacy
Johannes Hübner: Financial Literacy beschreibt im engeren Sinne, inwiefern Einzelpersonen oder Haushalte Finanzkonzepte verstehen. Hierzu zählen das Verständnis von Zinseszinseffekten oder das mit verschiedenen Anlageklassen einhergehende Risiko – zum Beispiel Anleihen verglichen mit Aktien. Häufig werden aber auch gewisse Verhaltensmuster im Umgang mit Geld unter dem Begriff «Financial Literacy» zusammengefasst. Beispiele hierfür sind etwa, ob ein Haushaltsbudget vorhanden ist und dieses regelmässig kontrolliert wird. Aber auch, ob der individuellen Situation entsprechend mit Themen wie der Aufnahme von Krediten und Geldanlage umgegangen wird.
 
Wo setzt dabei die Forschung an?
Es wird erforscht, wie es um die Financial Literacy jeweils steht – oft wird ein Vergleich über verschiedene Länder oder andere Faktoren wie Alter oder Geschlecht gezogen. Auch die Wirksamkeit verschiedener Ausbildungsformate und -zeitpunkte wird untersucht. So ist beispielsweise umstritten, ob der klassische Schulunterricht das effektivste Format ist. Oft fällt es schwer, Gelerntes in die Praxis umzusetzen. Umgekehrt ist der Effekt des «Learning by Doing» beobachtbar. Wie dabei mobile Apps und andere Technologien die Bevölkerung im Umgang mit Geld unterstützen können, ist noch nicht in der Breite erforscht. Hier setzt das Projekt rund um die Walter Finance App an, das zwischen Viseca und den Auto-ID Labs besteht.
 
Wieso ist Financial Literacy wichtig?
Unumstritten ist, dass das Vermitteln von Finanzwissen für einzelne Haushalte und die Gesellschaft im Ganzen sinnvoll ist. Die Schweiz steht global in vielerlei Hinsicht gut da – auch hinsichtlich der finanziellen Situation der Bevölkerung. Dennoch gehören die Angst vor einer nicht ausreichenden Altersvorsorge und andere finanzielle Sorgen zu den grössten Stressfaktoren der Bevölkerung. Das zeigt der Sorgenbarometer 2020 der Credit Suisse einmal mehr. Ein aufgeklärter Umgang mit Finanzfragen kann nicht nur Stress vermeiden, sondern einen auch davor bewahren, in finanzielle Schieflage zu geraten.

Studien belegen, dass mit der Karte mehr Geld ausgegeben wird, als wenn ich bar bezahle. Wieso ist das so?
In der Verhaltensökonomie ist diese Tatsache ein längst bekanntes Phänomen: Beim Zahlen mit Bargeld ist die Hemmschwelle höher, da wir Geld aus dem Portemonnaie nehmen müssen. Der Unterschied zwischen einer 50-Franken- und einer 100-Franken-Note ist greifbar. Dieser Effekt entfällt beim bargeldlosen Zahlen – der Unterschied zwischen den beiden Summen reduziert sich auf eine höhere Zahl am Display der Kasse.
 
Gibt es aber auch Vorteile beim Bezahlen mit der Karte?
Ja, gerade im Hinblick auf das Ausgabeverhalten bietet dies sogar grosse Vorteile: Durch digitale Angebote ist es möglich, seine Ausgaben regelmässig genau zu analysieren und Anpassungen vorzunehmen. Ausserdem können digitale Finanz-Assistenten unterstützend wirken, wenn sie etwa bereits Mitte Monat vorwarnen, dass das Budget für Restaurantbesuche bis Ende Monat voraussichtlich überschritten wird. Darüber hinaus könnte ein smarter, digitaler Finanzassistent auch erkennen, wenn einige Wochen besonders gut gewirtschaftet wurde. Der «eingesparte» Betrag könnte automatisch gewinnbringend angelegt werden. Der Fantasie sind hier wenig Grenzen gesetzt.
 
Wie kann man einen Karteninhaber zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit seiner Zahlkarte bewegen?
Es ist wichtig, dass Karteninhaber jederzeit volle Transparenz über ihre Ausgaben haben – und nicht erst am Monatsende von der Rechnung überrascht werden. Dabei kann es bereits helfen, die Ausgaben auch wöchentlich – nicht nur monatlich – darzustellen. So hat man die Ausgaben noch besser in Erinnerung und kann leichter aus seinem Ausgabeverhalten lernen. Eine zuverlässige Kategorisierung mit kundenspezifischen Budgets pro Kategorie ist ebenfalls eine grosse Stütze – so erhält man dann über verschiedene Zeiträume hinweg genaues Feedback, in welcher Kategorie man mehr ausgegeben hat als geplant.
 
Wie mache ich am besten ein Budget, damit ich meine Ausgaben im Griff habe?
Es gibt verschiedene Tools und Ansätze, die der individuellen Situation angepasst werden sollten. Wichtig ist, dass man wirklich alle Ausgaben in das Budget einschliesst. Insbesondere «aussergewöhnliche» Ausgaben sind häufig besonders anspruchsvoll in den Griff zu bekommen – hier fehlen uns Erfahrungswerte mit vergleichbaren Transaktionen aus der Vergangenheit, und man tendiert dazu, die Häufigkeit solcher Ausnahmen zu unterschätzen. So kauft man vielleicht in einem Monat ein teures neues Smartphone, im nächsten Monat wird eine Reise gebucht, im Monat darauf dann eine kleine Renovation durchgeführt. Auf den ersten Blick werden vielleicht alle drei Ausgaben mental als «Ausnahmen» verbucht, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Solche «Ausnahmen» fallen aber in der Praxis sehr häufig an und machen mitunter einen bedeutenden Anteil der Gesamtausgaben aus.
Im Gegensatz dazu hat man bei Ausgabenkategorien mit häufig wiederkehrenden Transkationen (Supermarkt, Restaurant und dergleichen) meist gute Vergleichswerte von den Vorwochen oder -monaten und bemerkt so schneller, wenn man einmal zu viel ausgegeben hat.
 
Gibt es Tools, die mich unterstützen können?
Eine erste Anlaufstelle ist immer das Online- oder Mobile-Banking-Angebot der eigenen Hausbank sowie Apps wie one oder Walter Finance, die einen sehr guten Überblick über die Kartenzahlungen geben.
Komplizierter wird es, wenn man Konti, Karten und Depots bei verschiedenen Anbietern besitzt, diese aber alle gebündelt analysieren möchte. Speziell für diesen Zweck entwickelte Anwendungen für das Personal Financial Management sollen hier Abhilfe schaffen, sind jedoch rar gesät. In diesem Fall bleibt häufig nur das selbst-gebaute System etwa mit Excel-Sheets, was allerding mit einem entsprechend höheren Aufwand verbunden ist. So gesehen ist es ratsam, alle alltäglichen Ausgaben über eine Karte zu bezahlen, Apps wie one oder Walter Finance bieten dann einen sehr guten Überblick über die Ausgaben und die Kontrolle über das Budget.

Walter Finance: Kollaboration zwischen Viseca und dem Auto-ID Lab
Das Auto-ID Lab der ETH Zürich und der Universität St. Gallen betreibt Forschung auf verschiedenen Gebieten wie zum Beispiel dem Retail und E-Commerce, zu Themen der Gesundheit und Ernährung, aber auch im Finanzbereich. Ausserdem forscht das Auto-ID Lab rund um den Einsatz von Technologien des Internet of Things in verschiedenen Anwendungsbereichen.
Durch die Kollaboration zwischen dem Auto-ID Lab und Viseca ist die App Walter Finance entstanden. Mithilfe der App wurden verschiedene Möglichkeiten untersucht, die Karteninhabern dabei helfen, ihre Ausgaben besser zu kontrollieren. Viseca entwickelt die App seitdem weiter und nutzt sie als Plattform für das Testen neuer Feature-Ideen, welche in einem nächsten Schritt in die one App integriert werden können.

Walter Finance App anfordern und testen

1.

Kontaktieren Sie walter@viseca.ch und geben Sie Ihren Namen, Ihren Vornamen und Ihre one E-Mail-Adresse an. Sie werden daraufhin in eine Warteliste eingetragen. Die Zugangsdaten werden Ihnen innerhalb einer Woche per E-Mail zugestellt.

2.

Walter Finance App herunterladen: Die App ist für iOS und Android erhältlich.

3.

Wenn Sie sich in der App einloggen, werden automatisch Ihre Ausgaben ersichtlich.

4.

Neu können Sie auch Garantiebelege bequem mit dem Smartphone abfotografieren und zentral verwalten.

5.

Sind Sie einmal auf eine Garantieleistung angewiesen, finden Sie den Beleg und die Garantielaufdauer ganz schnell in der App.

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