Story

Geheimnisse aus der Schokoladenfabrik

Text: Lena Grossmüller / Fotos: Ornella Cacace / Video: Safak Avci

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie Ihre Weihnachtsschoggi hergestellt wird? Chocolatier Marcus Preibisch vom Schweizer Marktführer Chocolat Frey AG nimmt Sie mit auf eine Reise in die Schokoladenfabrik und lüftet dabei einige süsse Geheimnisse.

Verraten Sie uns ein Geheimnis: Was macht Schweizer Schokolade so besonders?
Schokoladenverarbeitung hat in der Schweiz eine lange Tradition. Daneben sind es vor allem die wertvollen und ausgesuchten Rohstoffe, welche die exzellente Qualität der Schweizer Schokolade ausmachen. Auch die lange Conchier-Dauer zwischen 12 und 24 Stunden spielt eine wichtige Rolle: Durch das ausgiebige Kneten entsteht ein feiner Schmelz, der den Geschmack einer Schweizer Schokolade so einzigartig macht.
 
Wann starten Sie mit der Produktion für Weihnachtsschokolade?
Schon im Frühsommer. Vom Rösten bis zur fertigen Schokolade sind ca. neun bis zehn Produktionsschritte nötig, die in einem Zeitraum von rund zwei Wochen stattfinden. Für den Schweizer Markt produzieren wir 750 Tonnen Schokoladenkugeln, das macht insgesamt rund 60 Mio. Kugeln. Da müssen wir früh starten, um alles rechtzeitig ausliefern zu können. Im Oktober ist die Weihnachtsproduktion dann so gut wie abgeschlossen.
 
Wie sieht die Herstellung von Schokolade genau aus und welche Zutaten sind unverzichtbar?
Die Herstellung von Schokoladenmasse lässt sich grob in drei Schritte unterteilen: Zunächst werden die Kakaobohnen gereinigt, geröstet und gemahlen, bis daraus flüssige Kakaomasse entsteht. Diese Masse wird dann mit den zwei Grundzutaten von Schokolade vermischt: Kakaobutter und Zucker. Im dritten Schritt wird die Masse gewalzt und conchiert. Das ist ein besonderes Veredelungsverfahren, in dem die Bestandteile miteinander vermischt werden und die Schokolade unter ständigem Rühren die gewünschten Aromen entfalten kann. Wenn es das Rezept verlangt, wird sie mit weiterer Kakaobutter und einem Emulgator versehen. So verliert die Schokolade ihre Bitterstoffe und ist danach bereit, um in verschiedenen Formen weiterverarbeitet zu werden.

Was sind die Schokoladentrends für 2018?
Ein grosser Trend ist die Portionierbarkeit. Heute möchte der Konsument Schokolade nicht auf einmal konsumieren, sondern sich den Genuss nach seinen eigenen Bedürfnissen flexibel einteilen. Unsere einzeln verpackten Freylini sind dafür ein gutes Beispiel. In den letzten Jahren haben wir ausserdem eine Tendenz zu fruchtigen Sorten festgestellt. Natürlich spielt auch der anhaltende Gesundheitstrend weiter eine wichtige Rolle, sprich zuckerreduzierte und nachhaltige Produkte.
 
Gibt es noch Produkte, die von Hand hergestellt werden?
Jein. Es gibt keine kompletten Produkte, aber bei uns werden viele Produktionsschritte noch von Hand ausgeführt: Nüsse auf die Pralinés auflegen, Figuren vorsichtig aus ihren Hohlkörpern klopfen oder auch die Schleifen bei Ostereiern und Hasen binden.

Welche positiven Auswirkungen hat Schokolade, macht sie wirklich glücklich?
Ja, tatsächlich! Schokolade wirkt stressabbauend und nervenstärkend, das setzt Glückshormone frei und führt zu guter Laune. Früher wurde Schokolade als «Choccolata indica» sogar als universales Hausmittel eingesetzt. Daneben gibt es noch andere positive Effekte: Schokolade kann die Cholesterinwerte senken und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen minimieren. Natürlich nur, wenn sie massvoll konsumiert wird.
 
Stimmt es, dass nicht verwendete Schokolade eingeschmolzen und neu verwendet wird?
Da kann ich alle Kunden beruhigen: Nein! Zum einen nehmen wir keine Ware zurück, die einmal unser Haus verlassen hat. Zum anderen produzieren wir immer frisch auf Bestellung.

Was kann man zu Hause mit übrig gebliebener Schokolade machen?
Schokolade ist grundsätzlich sehr lange haltbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum liegt bei einem Jahr, bei dunkler Schokolade sogar bei zwei Jahren. Dies gilt bei trockener und vor Wärme geschützter Lagerung auch für bereits geöffnete Produkte. Falls man die übrig gebliebene Schokolade trotzdem nicht so lange lagern möchte, gibt es einige gute Rezeptideen, für die sich angebrochene Schokolade anbietet: Schokoladenkuchen, Schoko-Crossies, Schokoladenfondue oder auch Mousse au chocolat.
 
Ihr Tipp für ein ganz spezielles Schoggi-Geschenk?
Ein schönes Geschenk ist selbst gegossene Schokolade, die man beispielsweise im Besucherzentrum Chocolat Frey herstellen kann. Dabei hat man die Möglichkeit, die Schokolade ganz individuell nach den Vorlieben des Beschenkten zu kreieren und erhält selbst hautnah Eindrücke in die Schokoladenproduktion.
 
Kann ich Schokolade von Chocolat Frey auch im Internet bestellen?
Im Online-Supermarkt LeShop von Migros ist bereits eine grosse Auswahl an Frey Schokolade bestellbar. Unter www.myfrey.ch können Sie einen persönlichen Schokoladen- oder Pralinengruss an Ihre Freunde und Bekannten verschicken. In beiden Online-Shops lässt sich ganz bequem mit Ihrer Kredit- oder PrePaid-Karte bezahlen.
 
Was ist die beliebteste Schokolade in Ihrem Sortiment?
Unser Bestseller ist die «Milch extra fein». Sie ist schon seit Jahren die meistverkaufte Schokolade in der Migros.

Über Chocolat Frey AG
1887 legten die Brüder Robert und Max Frey den Grundstein für Chocolat Frey und gründeten eine Kollektivgesellschaft für Schokoladenproduktion. Seit 1950 gehört Frey zur Migros und ist damit der älteste Zukauf der Gruppe. 2014 wurde am Firmenstandort in Buchs im Aargau ein neues Besucherzentrum eröffnet, in dem Besucher vom Schokobrunnen naschen oder in geleiteten Kursen selbst Schokolade giessen können. Chocolat Frey feiert 2017 ihr 130-jähriges Bestehen und ist aktuell die Nr. 1 auf dem Schweizer Schokoladenmarkt.

Kategorie:

einkaufen, kulinarik, story

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