Story

Gute Laune tanken: Yoga für alle

Text: Lena Grossmüller, Fotos: Ornella Cacace, Video: Stephan Huwyler

Egal ob Sie Einsteiger oder langjähriger Yogi sind, die mentalen und körperlichen Übungen aus Indien begeistern ein immer breiteres Publikum. Yogalehrerin Andrea Coggins von Living Yoga erklärt, weshalb sich die Übungen für jeden eignen, und macht Lust auf Yoga im Sommer.

Kann wirklich jeder Yoga machen?
Ja! Denn bei Yoga geht es um mentale und physische Vitalität, Flexibilität ist eher nebensächlich. Wir haben alle unterschiedliche Körperformen und Hintergründe, sodass auch jeder auf der Matte unterschiedlich beweglich ist. Es ist die Arbeit eines guten Lehrers, die Klassen so zu gestalten, dass jeder profitieren kann.

Was muss ich beachten, wenn ich Einsteiger bin?
Eigentlich gar nicht viel. Bloss keine neue Kleidung kaufen, darauf kommt es nicht an. Einfach ein gutes, renommiertes Studio besuchen und die Yogalehrerin über den aktuellen körperlichen und mentalen Zustand informieren. Sie kann dann sagen, auf was Sie achten sollten und Sie im Kurs besser begleiten. Natürlich besteht ein gewisses Verletzungsrisiko: Einerseits, wenn wir zu schnell fortgeschrittene Übungen ausführen möchten; anderseits, wenn die Lehrperson nicht gut über unsere gesundheitliche Vorgeschichte informiert ist.

Was bringt mir Yoga?
Ein gesundes, klares und glückliches Leben. Die Yogapraxis ist enorm wirkungsvoll und hilft dabei, achtsam mit sich selbst und anderen umzugehen. Yoga stärkt unser Körpergefühl, unsere Haltung und kann in hektischen Zeiten stressabbauend wirken. Es geht nicht darum, beide Beine hinter dem Kopf kreuzen zu können oder 15 kg abzunehmen, dann ist man bei Yoga an der falschen Adresse.

Weshalb wird so viel auf die Atmung geachtet?
Weil sich die Qualität unserer Atmung stark auf unser Wohlbefinden auswirkt. Beim Yoga atmen wir dreimal mehr Luft pro Atemzug ein als im Alltag. Das heisst auch, dass dem Körper dreimal mehr Energie zur Verfügung steht und die Durchblutung verbessert ist. Und das Tolle ist, Atemübungen kann man überall anwenden: im Büro, im Flugzeug, bei Lampenfieber.

Die 3 Yoga-Übungen aus dem Video – kurz erklärt

Virabhadrasana II

Breiter Ausfallschritt mit horizontal ausgebreiteten Armen
Wichtig: Rippen nicht nach vorne schieben, sondern über der Hüfte positionieren und das Gewicht auf beide Füsse legen.

Parivritta Virabhadrasana II
Breiter Ausfallschritt mit seitlich gebeugtem Rumpf und Arm über dem Kopf
Wichtig: Das vordere Bein nicht strecken, sondern gebeugt lassen und den oberen Arm über den Kopf ziehen.

Utthita Parshvakonasana
Breiter Ausfallschritt, bei dem die untere Hand neben den vorderen Fuss aufgesetzt und der obere Arm diagonal über den Kopf gestreckt wird.
Wichtig: Das vordere Knie gegen den Oberarm pressen und die obere Schulter parallel zur unteren Schulter halten.


Eignet sich Yoga auch im Sommer?
Absolut. Denn was viele nicht wissen: Erfahrene Lehrer können den Unterricht so gestalten, dass sich der Körper kühlt oder im Winter allenfalls aufwärmt.

An warmen Sommertagen geht man nicht gerne ins Studio. Welche Alternativen gibt es?
Bei Living Yoga bieten wir ab und zu Rooftop-Yoga-Kurse an, bei denen wir die Stunde ins Freie auf ein Hausdach verlegen. Es gibt mittlerweile auch Yoga-Kurse in Parks oder am See. Immer beliebter wird auch Pop-up-Yoga, wo Kurse an ungewöhnlichen Orten mitten in der Stadt abgehalten werden.
 
Was sind aktuelle Trends im Yoga?
Im Yoga gibt es immer wieder Trends, die kommen und gehen. Der aktuellste ist wohl gerade Aerial oder auch Anti-Gravity-Yoga. Dabei führt man die körperlichen Übungen, die sogenannten Asanas, im Schwebezustand durch, in einem von der Decke hängenden Tuch. Beim SUP Yoga praktiziert man die Übungen auf einem Stand-up-Paddel-Board im Wasser. In Schnupperkursen oder Probestunden können Sie testen, ob diese neuen Yogaformen zu Ihnen passen.

Welche Hilfsmittel gibt es für Yoga und welche davon brauche ich wirklich?
Es gibt verschiedene Hilfsmittel, von Blöcken bis zu Bändern, die helfen können, bestimmte Positionen einzunehmen. Zwingend notwendig sind diese allerdings nicht, es gibt viele Yoga-Praktizierende, die nichts davon nutzen. Allenfalls angebracht wäre eine rutschfeste Matte, mehr nicht.


Viele machen mittlerweile Yoga daheim. Was spricht dennoch für ein Studio?
Der grosse Vorteil: Im Studio gibt es gute Lehrer, die Sie mit genauen Ansagen und geschulten Händen bei den Übungen unterstützen und wenn nötig auch korrigieren können. Das geht bei Online-Stunden auf YouTube leider völlig verloren. Ich habe schon viel korrigieren müssen bei Teilnehmern, die schon seit Jahren zu Hause Yoga praktizieren. Nicht zu unterschätzen ist auch die Atmosphäre im Studio: Wir schauen sehr darauf, dass wir alle Sinne nähren.

Wie finde ich ein gutes Studio?
Das ist eine sehr persönliche Entscheidung: Was ist Ihnen wichtig? Der Yogastil, der Raum, die Lehrer oder einfach, dass das Studio in der Nähe Ihres Arbeitsplatzes ist? Dann heisst es einfach ausprobieren. Es gibt bislang noch keine Qualitätslabels oder zertifizierten Ausbildungen für Lehrer, die einem hier Orientierung geben können.

Welche Yoga-Grundtypen finde ich in den meisten Studios?
Die bekannteste Praxis bei uns im Westen ist Hatha Yoga. Diese Form hat immer mit körperlicher Bewegung zu tun. Beliebt ist auch Vinyasa Yoga, das sich durch einen fliessenden Ablauf auszeichnet. Asthanga Yoga hingegen ist sehr physisch und eher streng, es fängt immer gleich an und hat eine spezifische Abfolge. Daneben gibt es natürlich noch viele andere Stile, häufig sind sie nach ihren Lehrern benannt, wie beispielsweise Sivananda und Iyengar Yoga. Jedes Studio setzt hier seinen persönlichen Schwerpunkt.

Wo kann ich mich gut über Yoga informieren?
Eine gute Quelle ist das Yoga Journal aus den USA. Hier erfahren Sie News aus der Yoga-Welt, und der Instagram-Account «yogajournal» ist sehr inspirierend. Gute Bücher sind «Die kleine Yoga-Philosophie» von Anna Trökes über die Grundlagen der Yoga-Praxis, «Die Quelle des Daseins» von René Hug über meditatives Yin-Yoga und «Die acht Gaben des Menschen» von Gurmukh. Alle drei sind bekannte Yogalehrer und -lehrerinnen und geben auch ab und zu Kurse bei uns im Studio.

Über Living Yoga
Living Yoga wurde 2004 von Andrea Coggins in Hergiswil (NW) gegründet. Zehn Jahre später eröffnete sie am Kasernenplatz in Luzern ein zweites Studio. Insgesamt acht Lehrerinnen bieten derzeit verschiedene Yoga-Stile an. Um den passenden Stil für sich zu finden, bietet Living Yoga Schnupper-Abos an, mit denen Sie innerhalb von zehn Tagen so viele Klassen besuchen können, wie Sie möchten.

www.livingyoga.ch

 

Über Yoga
Yoga ist eine philosophische Lehre aus Indien. Sie umfasst sowohl mentale wie auch körperliche Übungen, letztere werden auch Asanas genannt. Es gibt unzählige Formen und Stile, in Europa und den USA ist vor allem Hatha Yoga weit verbreitet. Der Name Yoga stammt aus dem altindischen Sanskrit und bedeutet «Einheit». Damit ist die Verbindung von Körper und Geist zu einem vitalen, gesunden und positiven Leben gemeint. In der Schweiz werden Yogakurse teilweise von der Krankenkasse unterstützt.  

Mehr Informationen zu Yoga finden Sie hier:
www.yoga.ch
www.swissyoga.ch

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