Story

Veloreisen: Unterwegs auf zwei Rädern

Text: Lena Grossmüller / Fotos: iStockphoto/Saro17

Über Berge, an Seen entlang oder ganz urban auf den Strassen der Stadt: Velotouren sorgen für neue Perspektiven auf Reisen. Was Sie bei der Vorbereitung beachten sollten? MyCard sprach mit Velo-Experte Daniel Suter von Maison Cyclo.

Ich plane eine Veloreise. Was sollte ich alles mitnehmen?
Egal ob Tages- oder Wochentour, es gibt eine Minimal-Ausrüstung an Flickzeug, die man immer dabeihaben sollte: Kleines Werkzeugtool, Ersatzschlauch, Reifenheber sowie Pumpe oder Gaskartusche. Ich würde ausserdem empfehlen, immer das Portemonnaie dabeizuhaben, damit Sie im Notfall mit dem ÖV heimfahren können. Bei Mehrtagestouren nehme ich auch immer noch Kettenöl und ein paar kritische Ersatzteile mit, zum Beispiel ein Ersatz-Schaltauge oder ein Kettenschloss, da man dieses nicht überall erhält.
 
Stichwort Gepäck: Was sollte ich mitnehmen und wie transportiere ich es am besten?
Der wichtigste Tipp: Nicht zu viel mitnehmen! Je weniger ich dabeihabe, desto mehr Spass macht das Fahren. Bei Kleidung achte ich darauf, dass es multifunktionale Teile sind, die ich sowohl in der Freizeit als auch auf dem Velo tragen kann. Super geeignet ist hochwertige Velobekleidung aus Merinowolle, da diese schnell trocknet. Für den Transport auf mehrtägigen Touren empfehle ich für Rennvelos leichte Gepäcktaschen direkt am Sattel oder bei Tourenvelos Fahrradtaschen am Gepäckträger: Zum einen, weil Sie darin am meisten Platz haben, zum anderen, weil ein Rucksack über längere Zeit den Rücken sehr belastet.
 
Worauf sollte ich achten, wenn ich ein Mietvelo leihe?
Wichtig ist, dass das Velo einen stabilen, guten Eindruck macht. Ausserdem sollten die wichtigsten Funktionen wie Bremsen, Schaltung und Licht kontrolliert werden. Je nach Vorhaben würde ich auch schauen, dass es ein Reiserad ist, also kein Stadtrad mit Körbchen und schweren Reifen. Damit kommen Sie auf langen Touren nur mühsam vorwärts. Ausserdem sollte auch das Reifenprofil Ihren Anforderungen entsprechen: Für geteerte, Schotter- oder Kieswege reicht ein flaches Profil, für Bergtouren sollten die Reifen mehr Profil oder Stollen haben.

Für Einsteiger empfiehlt Daniel Suter eine tägliche Distanz von rund 60 km; fortgeschrittene Rennvelofahrer schaffen auch schon mal mehr als das Doppelte.

Brauche ich für die Navigation eine spezielle Karte?
Ich persönlich reise am liebsten mit einem GPS-Radcomputer, auf den ich meine Route laden kann und der mich dann während der Fahrt führt. Für die Planung im Vorfeld nutze ich den kostenlosen Kartenanbieter Open Street Map oder auch GPSies, eine Plattform, auf der Nutzer ihre eigenen Velorouten zum Download zur Verfügung stellen. In der Schweiz eignet sich auch schweizmobil.ch hervorragend für die Tourenplanung.  
 
Was sind die häufigsten Beschwerden und wie kann ich diesen vorbeugen?
Das häufigste Übel sind wohl Schmerzen am Gesäss. Deshalb ist eine gute Velohose mit eingenähter Polsterung unabdingbar sowie regelmässiges Eincremen von Po und Oberschenkeln, um Hautirritationen vorzubeugen. Wichtig ist auch das Dehnen nach jeder Tour, besonders der Bein- und Rückenmuskulatur. Häufige Ursache für Beschwerden ist eine falsch eingestellte Sitzposition, was zu Knie- oder Rückenproblemen führt. Für die Sattelhöhe gilt: Wenn Sie gerade auf dem Sattel sitzen, sollte die Ferse bei komplett durchgestrecktem Bein das Pedal berühren.  
 
Gibt es spezielle Regeln im Ausland, die man beachten sollte?
Das ist immer sehr länderspezifisch. Hier würde ich mich vorab auf der Website der jeweiligen Tourismusbehörden informieren. Falls Sie Teilstrecken mit dem Zug reisen möchten, sollten Sie prüfen, ob dies möglich ist, und allenfalls schon Tickets reservieren. Zudem achte ich immer darauf, dass mein Versicherungsschutz auch im Ausland ausreichend ist – damit man im Notfall abgesichert ist.

Haben Sie Tipps für besonders schöne Strecken in der Schweiz?
Für Einsteiger mit normalen oder Tourenvelos bietet sich eine Tagestour von Winterthur bis zum Rheinfall oder um den Bodensee an. Eine weitere schöne Gegend ist auch das Zürcher Oberland. Erfahrenen Rennvelofahrern kann ich die folgende Tour ans Herz legen: von Thusis in Graubünden über den Julierpass ins Engadin und weiter über den Malojapass nach Chiavenna in Italien. Dort übernachten und dann am nächsten Tag wieder retour über den Splügenpass und den San Bernardino bis nach Bellinzona. Das ist eine anspruchsvolle Route mit vielen Höhenmetern und rund 150 km pro Tag – aber sie ist es absolut wert! Wenn möglich nicht zu Ferienzeiten befahren, da hat es viel Verkehr.
 
Wo kann ich mich gut über Veloreisen informieren?
Für Velotouren in der Schweiz gibt es die Plattform Schweizmobil, auf der Sie unzählige Karten mitsamt Velorouten finden. Mit einem Abo können Sie sogar Ihre eigenen Velorouten einzeichnen und präzise Informationen zu Höhenmetern und Distanz erhalten. Anbieter für geführte Veloreisen im Ausland sind beispielsweise Huerzeler Bicycle Holidays, Abenteuerreisen.ch oder Bici Veloreisen.

Über Maison Cyclo
Maison Cyclo ist ein Schweizer Online-Shop, der sich auf hochwertige Velobekleidung spezialisiert hat. Bei der Sortimentsauswahl stehen hohe Qualität, schlichte Designs und funktionale Materialien wie etwa Merinowolle im Mittelpunkt. In Winterthur hat Maison Cyclo einen Showroom am Bahnmeisterweg 12. Daniel Suter ist Gründer und Geschäftsführer und hat neben der Schweiz schon Japan, Spanien, Italien und Frankreich auf dem Velo erkundet.
 
maisoncyclo.ch
 

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