Story

100% vegan – der neue Kosmetiktrend

Text: Lena Grossmüller / Fotos: zVg

100% vegan – sind Sie auch schon einmal über diese Kennzeichnung auf einer Creme gestolpert? Veganes kommt mittlerweile nicht nur auf den Teller, sondern auch auf Haut, Haare und Lippen. Doris Trinkler von der Kosmetikkette LUSH gibt Ihnen Einblicke in die vegane Welt der Kosmetik.

Laut einer aktuellen Umfrage des Branchenportals Swissveg leben geschätzt rund 14% der Schweizer Bevölkerung vegetarisch oder vegan. Die Zahl der Veganer hat sich dabei über die Jahre signifikant erhöht. Auch vegane Kosmetik verzeichnet eine hohe Nachfrage, wie Doris Trinkler, Geschäftsinhaberin von LUSH Switzerland, bestätigt. Die britische Kosmetikkette bietet schon seit ihrer Gründung 1995 unter anderem vegane Produkte an, spürt jedoch aktuell ein wachsendes Bewusstsein bei der Käuferschaft: «Grundsätzlich achten heute viel mehr Menschen auf einen nachhaltigen Lebensstil», erklärt Trinkler.«Woher kommt mein Essen? Wohin gehe ich in die Ferien? Und natürlich auch: Was steckt in meiner Kosmetik?»
 
Was ist vegane Kosmetik?
Kosmetik wird dann als vegan bezeichnet, wenn sie keine tierischen Inhaltsstoffe enthält und nicht an Tieren getestet wurde. Im Unterschied zu vegetarischer Kosmetik wird auch auf Honig, Bienenwachs und sämtliche von Tieren produzierte Ingredienzen verzichtet. Die Herstellungs- und Hygienestandards sind zudem sehr hoch: Vegane Produkte dürfen nicht mit den gleichen Werkzeugen und Maschinen hergestellt werden, mit denen Produkte mit tierischen Inhaltsstoffen produziert wurden.
 
Eine offizielle und einheitliche Richtlinie gibt es allerdings nicht. In der EU sind Tierversuche an Fertigprodukten zwar verboten, Inhaltsstoffe oder Herstellungsprozesse hingegen sind nicht klar geregelt. Allerdings können dem Konsumenten verschiedene Gütesiegel helfen, die spezifische Anforderungen zertifizieren. LUSH geht sogar noch einen Schritt weiter und kennzeichnet alle Inhaltsstoffe für den Kunden transparent: In Grün werden alle natürlichen, in Schwarz alle synthetischen Stoffe angeschrieben.

Diese bekannten Labels helfen Ihnen beim Einkauf von veganer oder tierversuchsfreier Kosmetik

Veganblume
Das Label Veganblume wird von der Vegan Society in Grossbritannien vergeben. Sie kennzeichnet Produkte, die weder bei den Inhaltsstoffen noch im Herstellungsprozess tierische Produkte verwenden.

V-Label
Das V-Label ist eine international anerkannte und geschützte Marke zur Kenn­zeichnung vegetarischer und veganer Produkte und Dienstleistungen. Einheitliche Kriterien und regelmässige Kontrollen machen das V-Label europaweit zu einem Qualitätssiegel in den Kategorien «vegan» und «vegetarisch».

Hase mit schützender Hand
Hinter diesem Label steht der Internationale Herstellerverband gegen Tierversuche in der Kosmetik e.V. (IHTK). Der Hase mit schützender Hand ist eine international eingetragene Marke und steht seit 1979 für tierversuchsfreie Kosmetik, unter Einhaltung der strengen Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes.

Doch lässt sich überhaupt jedes Produkt vegan herstellen? «Wir bieten mittlerweile 85% unseres Sortiments vegan an», berichtet Doris Trinkler. «In manchen unserer Produkte verwenden wir vegetarische Zutaten wie Joghurt, Honig oder Eier, da sie sehr gute, pflegende Eigenschaften für Haut und Haare haben.» Für viele Inhaltsstoffe gibt es bereits vegane Alternativen. So hat LUSH erst kürzlich im Schaumbad Milky Bath Bio-Joghurt mit Soja-Joghurt ersetzen können und dadurch ein weiteres, veganes Produkt hinzugewonnen.
 
Wachsendes Angebot
Neben LUSH bieten vor allem Reformhäuser vegane Kosmetikprodukte an, aber auch Detailhändler sowie Coop oder Migros holen auf. Kleinere Hersteller wie das Schweizer Label Ponyhütchen, die Zürcher Linie Idil Botanicals oder der österreichische Anbieter Ringana vertreiben ihre veganen Produkte unter anderem über den hauseigenen Online-Shop. Die Preisspanne der Anbieter ist dabei so breit wie bei nicht veganer Kosmetik.

Neben einem Preisvergleich lohnt es sich, auch einen Blick auf die Inhaltsangaben zu werfen, wie Doris Trinkler empfiehlt. Sowohl um Produkte, die nicht mit Labels gekennzeichnet sind, als vegan zu identifizieren, als auch um solche, die den Trend für sich ausnutzen möchten, zu erkennen. Am Ende zählt schliesslich, was wirklich drin ist.

Doris Trinkler ist Geschäftsinhaberin von LUSH Switzerland AG. Die Kosmetikkette aus Grossbritannien steht seit 1995 für tierversuchsfreie Herstellung und frische, natürliche Inhaltsstoffe. Neben LUSH-Fertigungsstätten in Australien, Deutschland, Kanada, Kroatien, Japan und Argentinien werden einige Produkte auch vor Ort am Schweizer Sitz der Firma in Steinhausen (ZG) hergestellt, zum Beispiel die frischen Gesichtsmasken.
 
Weitere Infos unter: lush.ch

Links

  • LUSH bietet ein breites Sortiment von Kosmetik an, das zu 85% vegan ist. Zum Online-Shop
  • Liste mit veganen Produkten, die in der Schweiz erhältlich sind, zusammengestellt von der Interessensgemeinschaft Vegane Produkte Schweiz
  • Website von Swissveg, der grössten Interessenvertretung vegetarisch und vegan lebender Menschen in der Schweiz

Kategorie:

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