Winterbräuche aus aller Welt

So feiert man im Winter

Text: Kristina Morf, Fotos: zvg

Im Winter wird traditionell viel gefeiert: Samichlaus, Weihnachten, Silvester, Fasnacht ... Doch über die bekannten Festtage hinaus gibt es einige Bräuche, die nur wenigen bekannt sein dürften. MyCard stellt Ihnen verschiedene Winterbräuche aus der Schweiz und aller Welt vor – zum Nachmachen und Mitfeiern.

Im Winter ist Sonnenlicht ein rares Gut: Steht man auf, ist es noch dunkel, und wenn man nach Feierabend nach Hause kommt, ist die Sonne schon wieder untergegangen. So ist es wenig erstaunlich, dass sich in der dunklen Winterzeit viele Bräuche etabliert haben, die besinnlichen Kerzenschein oder grosse Feuer im Freien beinhalten. Natürlich steckt dahinter aber mehr als nur das Bedürfnis nach Licht: Die reinigende Kraft des Feuers sollte böse Geister verjagen und den Winter austreiben, damit der Frühling Einzug halten kann.

In der Schweiz gibt es besonders viele Bräuche: Dank der ausgeprägten Regionalität hat sich hierzulande eine grosse Reichhaltigkeit an unterschiedlichen Traditionen entwickelt. Die meisten der lokalen Winterbräuche lassen sich in vier Gruppen einteilen: Nikolaus-, Weihnachts- und Wintervertreibungsbräuche sowie Bräuche zum Jahreswechsel.

Doch nicht nur in der Schweiz gibt es vielfältige Traditionen – MyCard stellt Ihnen die schönsten Bräuche aus aller Welt vor und sagt Ihnen, was Sie dabei erleben können.

Winterbräuche

Winterbräuche in der Schweiz

Samichlaus-Schwimmen
−    Wann: 4. Dezember 2016
−    Wo: Zürich (oder andere Orte wie St. Gallen, Gais, Herisau, jeweils organisiert von lokalen Schwimmvereinen)
−    Was erleben: Eine 111 Meter  lange Limmat-Durchquerung bei winterlichen Temperaturen, zusammen mit anderen Schwimmern. 2015 waren es sogar beinahe 350 Personen, die sich (oftmals mit Nikolaus-Mütze) in die Fluten stürzten.

www.samichlausschwimmen.ch 

Bild: Samichlaus-Schwimmen, Monika Metzger

Trer schibettas / Scheibenschlagen
−    Wann: 4. März 2017 (erster Samstag nach Aschermittwoch)
−    Wo: Danis/Tavanasa, Untervaz und Dardin (GR)
−    Was erleben: Ein Feuerspektakel in den Bergen. Beim Scheibenschlagen werden glühende Erlenholzscheiben von Berghängen ins Tal geschleudert, mit ähnlichen Bewegungen wie beim Hornussen. Nur ledige Männer dürfen beim Brauch mitmachen und sie begleiten jede brennende Scheibe mit einem lauten Ruf, den sie ihrer Herzensdame widmen.

www.myswitzerland.com

Bild: Surselva Tourismus

Klausjagen
−    Wann: 5. Dezember 2016
−    Wo: Küssnacht am Rigi (SZ)
−    Was erleben: Einen Nikolaus-Umzug, eröffnet von Klausjägern und «Geislechlepfer». Gefolgt werden sie von Iffele-Trägern, die handgefertigte, von Kerzen erleuchtete Laternen auf den Köpfen tragen.

www.klausjagen.ch

Bild: SNGK/Dietz

Schlitteda
−    Wann: 8. Januar 2017 (zweiter Sonntag im Januar) 
−    Wo: Von Pontresina über Champfèr und St. Moritz bis Samedan (GR)
−    Was erleben: Eine Schlittenfahrt durch das Engadin. Mit schön geschmückten Pferdeschlitten fahren Einheimische ins Val Roseg und zurück; abends lässt man den Tag mit Speis und Trank ausklingen.

www.pontresina.ch

Bild: ENGADIN St. Moritz

Hom Strom
−    Wann: 4. Februar 2017 (erster Samstag im Februar)
−    Wo: Scuol (GR)
−    Was erleben: Die Verbrennung eines Strohmannes zur Wintervertreibung. Aus Strängen von gedroschenem Roggenstroh stellen die Jugendlichen des Dorfes den Hom Strom (Strohmann) her. Am Nachmittag wird der Hom Strom aufgestellt und bis zum Abend bewacht, damit er nicht vorzeitig angezündet wird. Um 20 Uhr zünden die Jungen den Hom Strom an, dazu wird ein traditionelles Lied gesungen.

www.engadin.com

Bild: Dominik Täuber, Scuol

Lichterschwemmen
−    Wann: 6. März 2017
−    Wo: Ermensee (LU)
−    Was erleben: Eine Lichterfahrt auf dem Aabach. Beim Eindunkeln tragen die Schulkinder unterschiedlichste Holzkonstruktionen zum Dorfbach und zünden die darauf gesteckten Kerzen an. Als Abschluss der «Schiffparade» lässt man brennende Strohballen den Aabach hinunter schwimmen. Die Tradition findet Ausklang als Fest mit musikalischen Darbietungen der Dorfvereine.

www.ermensee.ch

Bild: Gemeinde Ermensee, Rita Müller

Winterbräuche

Bräuche aus aller Welt

Luciafest / Tag der Lichterkönigin
−    Wann: 13. Dezember
−    Wo: Schweden, Zürich und Basel (Kontakt über Svenska Kyrkan)
−    Was erleben: Den traditionellen Lucia-Umzug und Frühstück. Die Vorbereitungen dafür beginnen noch vor Sonnenaufgang, indem sich die Lucia und ihre Begleiter traditionell kleiden. Sie wecken die Familie, singen traditionelle Lieder und servieren Frühstück, bestehend aus safrangewürzten Brötchen, Pfefferkuchen und Glögg (schwedischem Glühwein). 

schweden-tipp.de

Bild: Cecilia Larsson Lantz/Imagebank.sweden.se

Mummering
−    Wann: Vorweihnachtszeit
−    Wo: Neufundland und Labrador
−    Was erleben: Einheimische, die aufwendig kostümiert und maskiert von Haus zu Haus ziehen. Beim «Mummering» ist es das Ziel jedes Teilnehmenden, von den Nachbarn, deren Haus er besucht, nicht erkannt zu werden. Haben die Gastgeber erraten, wer sie besucht, werden die Gäste mit Speis und Trank bewirtet, bevor sie zum nächsten Haus ziehen.

www.mummersfestival.ca

Bild: Mummers Festival

Drekkedagsnatta
−    Wann: 22. Dezember
−    Wo: Kongsberg, Norwegen
−    Was erleben: Einen Lichterumzug und Gesang. Dieser Brauch stammt aus Zeiten, als in der Ortschaft Kongsberg (Königsberg) Silber gefördert wurde. Früher zogen die Bergleute mit Fackeln zum Dorfplatz, heute ziehen die Dorfbewohner in den Wald, um zu tanzen, zu musizieren (insbesonders das traditionelle Kongsberglied) und mit norwegischem Glühwein anzustossen. 

www.norwegenservice.net



Bild: Aleksander Andersen / Paragon Features

Años Viejos
−    Wann: 31. Dezember
−    Wo: Ecuador und andere spanischsprachige Länder
−    Was erleben: Das Verbrennen selbst gebastelter Puppen. In Ecuador und anderen lateinamerikanischen Ländern werden für den 31. Dezember Puppen gebastelt aus alten Kleidern, gefüllt mit Pappe oder Sägemehl. Die Motive der Puppen greifen oft wichtige Ereignisse oder Personen des vergangenen Jahres auf. Um Mitternacht werden die Puppen verbrannt, um für das neue Jahr Unglück und negative Energien zu vertreiben.

www.surtrek.de

Bild: Theblue / flicker

Kategorie:

freizeit, kultur

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