So schlüpfen Betrüger in vertraute Rollen
Betrüger nehmen immer häufiger falsche Identitäten über gefälschte Social-Media-Profile und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz an. Vermehrt wird auch per Telefon versucht, an Informationen zu gelangen. Oft beginnt der Angriff harmlos, lange bevor es um Geld geht. Wie Sie die Maschen erkennen und sich mit einfachen Regeln schützen.
In Kürze
- 2025 gingen beim Bundesamt für Cybersicherheit knapp 65 000 Meldungen ein, 9 von 10 stammten von Privatpersonen.
- Betrüger geben sich zunehmend als Freund oder Familie aus – über gefälschte Profile oder mit KI.
- Vermehrt gibt es auch Anrufe von vermeintlichen Mitarbeitenden namhafter Firmen wie z.B. Microsoft und Viseca.
- Oft beginnt der Angriff harmlos mit dem Sammeln von Informationen, bevor eine Forderung kommt.
- Wichtigste Regel: Bei dringenden Bitten angeblich Vertrauter über eine bekannte oder öffentliche Nummer zurückrufen und den Sachverhalt abklären.
Cyberbetrug trifft vor allem Private: 9 von 10 Meldungen beim Bundesamt für Cybersicherheit stammten 2025 von Privatpersonen. Und die Angriffe werden gezielter auf Personen abgestimmt. Statt Massenmails sprechen Betrüger ihre Opfer heute individueller an und treten im Namen einer vertrauten Person oder Firma auf.
Erst Vertrauen aufbauen, dann die Forderung
Oft sammeln Betrüger zuerst Informationen, welche sie mittels einfacher Internetsuche oder Angaben aus Datenleaks zusammenstellen. Sie schaffen Sympathie oder setzen Druck ein, um den Angriff glaubwürdiger zu machen. So werden zunehmend auch Mitarbeitende von Firmen über Chat-Tools ausgefragt oder direkt aufs Handy angerufen.

Anrufe vermeintlicher Kundenberater
«Guten Tag Frau Meier, hier spricht ihr Kundenberater» – über eine gefälschte Telefonnummer geben sich Betrüger als vertraute Person oder Firma aus und bieten Unterstützung bei einem angeblichen Problem an. Sie bitten um Login-Daten oder Zahlungsfreigaben, zum Beispiel via one App. Wichtig: Viseca bittet Sie nie per Telefon um Zahlungsfreigaben in der one App. In solchen Fällen umgehend den Anruf beenden und den Kundendienst über die offizielle Nummer kontaktieren.
Die wichtigsten Verhaltensregeln
- Ob mit Zeitdruck oder betont ohne: Sobald es um Geld oder Zahlungsdaten geht, hellhörig werden und detailliert prüfen.
- Kommt Ihnen etwas verdächtig vor, das Gespräch sofort abbrechen.
- Die Person oder Firma über eine bekannte, offizielle Nummer zurückrufen, nie über die neue.
- Nie Bestätigungscodes, Kartendaten oder Login-Daten weitergeben.
- Kontrollfragen stellen und im Familienkreis ein Codewort vereinbaren.
- Sprechen Sie mit einer KI? Bei Verdacht eine unerwartete Frage stellen, etwa nach dem Lieblingsrezept. Das kann eine KI vorerst aus dem Konzept bringen.
Weniger teilen, weniger Angriffsfläche
Je mehr Informationen Sie über sich im Internet und in den Social Media teilen, desto leichter fällt den Angreifern die Täuschung. Das Bundesamt für Cybersicherheit beobachtet, dass Betrüger selbst belanglose Daten zu einem vollständigen Profil zusammensetzen können. Überlegen Sie deshalb bewusst, was Sie öffentlich teilen. Falls Sie Opfer eines Cyberangriffs geworden sind, erstatten Sie unbedingt Anzeige bei der Polizei.